Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957186
Vorlesung. 
siebente 
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oder weniger weiter Grenzen wir durch unmittelbare Beob- 
achtung feststellen können, dass ein Teil eines Gliedes als 
gemeinsamer Massstab für dieses Glied und für die gesamte 
Körperlänge dienen kann. 
Deshalb wollen wir hier nur mit Rücksicht auf die ge- 
schichtliche Wichtigkeit, aber ohne uns über den anatomi- 
schen Wert Täuschungen hinzugeben, an die Theorie des 
ägyptischen Kanon, wie sie Karl Blank aufgestellt hat, 
erinnern, nach welcher die Länge des Mittelfingers 
als gemeinsames Mass genommen, neunzehnmal in der 
Körperlänge aufgeht. Es Endet sich thatsächlich in der nAus- 
wahl von Grabmonumentena von Lepsius (Leipzig 1852) 
die Zeichnung einer sehr beachtenswerten ägyptischen Figur, 
welche durch Querlinien in neunzehn Abschnitte (umgerechnet 
den Kopfputz) geteilt ist. Da nun an ver- 
schiedenen Stellen bei Schriftstellern des  
Altertums sich Hinweise darauf finden, dass  f; 
die egyptischen Bildhauer den Mittelfinger l,_1ig' _5 
als Grundmass für den Kanon ange-  f: 
sehen hätten, hat Karl Blank in sehr  
geistreicher Weise darauf aufmerksam ge- r '  ' ß 
macht, dass an der betreffenden Figur  Ä 
eine der wagrechten Linien, die achte von  a 
unten an gezahlt, genau durch das obere I-El-I 9 
Ende des Mittelfingers geht (an der ge- ß  1 
schlossenen rechten Hand, die den Schlüssel I" i 153]  6. 
trägt), während die siebente das untere j  -5 
Ende des völlig ausgestreckten Mittellingers I. Z 
der linken Hand berührt.  Es scheint   2 
darnach sehr wahrscheinlich, dass die An- x Ab.  1 
ordnung dieser Querlinien eine Massein- Fiu 21 
teilung der Körpergestalt gibt, und dass Der egypzgche-Kaaiorh 
der Zwischenraum zwischen der siebenten 
und achten die Länge des Mittelfingers anzeigt, die demnach 
als Grundmass für dieses System der Proportionen diente. 
Nach dem egyptischen Kanon müsste sich die Länge
        

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