Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957150
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Siebeute Vorlesung. 
sie wie jedes Scharniergelenk nur Beuge- und Streckbe- 
wegungen zulassen. Jeder kann an der eigenen Hand beob- 
achten, dass zwar die Finger in ihren Mittelhandgelenken 
gebeugt, gestreckt und seitwärts geneigt werden können, dass 
aber die Fingerglieder sich nur zu beugen und zu strecken 
vermögen,  d. h. dass der Finger, während er an seinem 
oberen Endstück (an der Verbindungsstelle mit der Mittelhand) 
nach allen Richtungen beweglich ist, in den Gelenken seiner 
Einzelglieder nur gebeugt und gestreckt werden kann.  Die 
Streckbewegungen der Fingerglieder sind begrenzt, da die 
Kapsel an der Vorderseite der Gelenke die bei dieser Be- 
wegung angespannt wird, kurz und stark genug ist, um der- 
selben ein Ziel zu setzen; übrigens findet man in dieser Hin- 
sicht grosse Unterschiede bei den einzelnen Menschen, und 
bisweilen ist die Elasticität und Geschmeidigkeit der Finger 
eine so bedeutende, dass sie nach hinten umgeschlagen wer- 
den können. Für die Beugung giebt es dagegen so zu sagen 
gar keine Grenze, sie geht so weit, bis die Weichteile an der 
Vorderseite eines Fingergliedes die des anderen berühren. 
Nachdem wir hiermit die einzelnen Teile des Knochen- 
gerüstes vom Arme mit Rücksicht auf ihre Bewegungen und 
ihre Gestalt beschrieben haben, wenden wir uns zu dem 
Studium ihrer Proportionen, und werden da zu untersuchen 
haben, "in welchen Beziehungen die Länge des Armes zur 
Körpergrösse steht und wie sich andererseits die Hauptab- 
schnitte der Glieder in ihrer Länge zu einander verhalten.  
Die Beziehung der Armlänge zur Körpergrösse kann in 
doppelter Weise ausgedrückt werden; I. indem man beide 
Arme in wagerecht ausgestreckter Stellung misst; das so 
gewonnene Mass von der Spitze einer Hand zu der andern 
nennen wir Klafter; dasselbe umfasst nicht nur die Länge 
beider Arme, sondern auch die Schulterbreite;  2, indem 
man untersucht, wie weit bei senkrecht herabhängendem 
Arm das untere Ende der Hand (der Nagel des Mittelfingers) 
an dem Bein herabreicht.  
I. Das Verhältnis des Klafters zur Körpergrösse ist schon
        

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