Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957142
Siebente 
Vorlesung, 
67 
"hinteren Teil des Mittelhandköpfchens entspringt und bei 
der Beugung angespannt wird, wenn dieselbe den rech- 
ten Winkel erreicht hat, und durch seine Spannung eine 
weitere Beugung verhindert. Man kann an sich selbst sich 
leicht davon überzeugen, dass man nicht im Stande ist, 
das erste Fingerglied über dieses Mass hinaus zu beugen, 
d. h. dass man unter keinen Umständen die Vorderfläche 
des ersten Fingergliedes zur Berührung mit der Handfläche 
zu bringen vermag; nur die übrigen Eiingerglieder können 
bis zur Berührung mit der Handfläche kommen, wie wir 
bei Besprechung der Gelenke zwischen erstem und zweitem, 
sowie zweitem und drittem Fingerglied sehen werden. 
2. Die Gelenke der Fingerglieder, sowohl die der 
ersten mit den zweiten, wie die der zweiten mit den dritten sind 
nach einer ganz anderen Grundform gebaut, wie die Mittel- 
handiingergelenke.  Anstatt eines in eine Gelenkgrube 
eingefügten Kopfes finden wir hier an dem unteren End- 
stück des Fingergliedes eine rollenförmige Gelenkiiäche, die 
aus zwei vorspringenden Rändern und einer zwischen ihnen 
liegenden Hohlrinne besteht, und andererseits an dem oberen 
Endstück des folgenden Gliedes zwei Vertiefungen, die den 
beiden Rändern der Rolle entsprechen und durch einen der 
Hohlrinne entsprechenden Vorsprung getrennt sind. 
Es ist demnach allemal leicht, wenn man ein einzelnes 
Fingerglied vor sich hat, zu entscheiden, ob es ein erstes, 
zweites oder drittes ist, weil das erste an seinem unteren 
Ende nur eine einzige Gelenkgrube hat, während das zweite 
und dritte zwei nebeneinanderliegende Gelenkgruben auf- 
weisen, und im übrigen das dritte auf den ersten Blick von 
dem zweiten dadurch zu unterscheiden ist, dass sein freies 
Ende spatelförmig verbreitert erscheint zur Aufnahme des 
Nagels.  Aber die wichtigste Folgerung, die wir aus dieser 
Beschreibung der Gelenkiiächen an den Fingergliedern zu 
liehen haben, ist die, dass dieselben, sowie sie in ihrer 
Rollengestalt der Grundform des Ellenbogengelenkes gleichen, 
auch die gleiche Bewegungsart zeigen müssen, d. h. dass-
        

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