Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957130
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Vorlesung. 
Siebente 
Die Finger bestehen aus kleinen, langen Knochen, die 
an einander gereiht sind und Phalangen genannt werden; 
ieder Finger besitzt drei Phalangen oder Fingerglieder, mit 
Ausnahme des Daumens, welcher nur zwei hat. Man unter- 
scheidet die Fingerglieder als erstes, zweites, drittes, indem 
man sie von oben nach unten, von der Ansatzstelle der 
Finger zu ihrem freien Ende hin zählt (11, 12, 13, Fig. 19), 
das dritte heisst auch das Nagelglied, weil es den Nagel 
trägt.  Die Fingerglieder bestehen wie alle langen Knochen 
aus einem Körper und zwei Endstücken. Der Körper ist 
von vorne nach hinten abgeplattet und zeigt eine vordere 
etwas vertiefte Fläche zur Aufnahme der Beugesehne für die 
Finger. Die Beschaffenheit der Endstücke werden wir bei 
Besprechung der Fingergelenke kennen lernen.  
Solcher Gelenke giebt es für jeden Finger 1. ein Mittel- 
handiinger-Gelenk  2. ein Gelenk zwischen erstem und 
zweitem Glied und ein in der gleichen Weise gestaltetes 
zwischen zweitem und drittem Glied. 
I. Die Mittelhandfingergelenke werden durch den 
Kopf des Mittelhandknochens und eine Gelenkgrube am un- 
teren Endstück des ersten Fingergliedes gebildet (Fig. I9). 
Eine derartige Anordnung muss alle Bewegungen ermög- 
lichen und es lässt sich leicht feststellen, dass jeder Finger 
sich beugen (gegen die Hohlhand), strecken und KNGChSGlIICl 
seitlich bewegen kann, (Spreizen der Finger und Annäherung 
derselben bis zur völligen Berührung);  nur die Gelenk- 
kapsel, die Faserhülle, welche jedes Mittelhandtingergelenk 
umgiebt, setzt den Bewegungen bestimmte Schranken. So 
kann die Streckung nicht über die Stellung fortgeführt wer- 
den, bei der die Mittellinie des Fingers mit der des Mittel- 
handknochens einen ganz stumpfen, nach hinten offenen 
Winkel bildet, denn in dieser Lage wird der vordere Teil 
der Gelenkkapsel angespannt, und setzt, da er dick und aus 
festen Fasern gewebt ist, der weiteren Streckung bedeuten- 
den Widerstand entgegen. Ausserdem ist diese Kapsel bei- 
derseits durch ein Seitenband verstärkt, welches an dem
        

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