Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956898
42 
Vierte 
Vorlesung. 
oberen, entfernt sich von ihr mit seinem unteren Ende, er 
nimmt eine von oben innen, nach unten aussen schiefe Lage 
ein. Seine untere Ecke bildet dann einen Vorsprung im 
unteren Teil der Achselhöhle, den man ganz gut bei einem 
Menschen erkennt, der die Arme emporstreckt und welcher an 
einem gekreuzigten Körper sehr scharf vortritt. Wenn die 
Erhebung der Arme fast bis zur Senkrechten gesteigert wird, 
legt sich der innere Rand des Schulterblattes fast wagerecht 
und man erkennt dann bei Betrachtung der Rücken- und 
Schultergegend von hinten nur schwer die Form des Schul- 
terblattes wieder, die man in der gewöhnlichen Lage am 
Skelett sich eingeprägt hatte. 
Aber wenn der Arm sich zur Senkrechten erhebt, bis 
er die Seite des Kopfes berührt, so vollzieht sich diese Be- 
wegung nicht nur in dem Schultergelenk, nicht nur in dem 
Schulter-Schlüsselbeingelenk, sondern auch in der Gelenk- 
verbindung zwischen dem inneren Ende des Schlüsselbeines 
und Brustbein. Dann wird thatsächlich die Schulter als Ganzes 
gehoben (durch die oberen Faserzüge des Kapuzenmuskels), 
und das Schlüsselbein bildet für den Arm den Hebel an 
dessen Ende, in dem Gelenk desselben mit dem Brustbein 
der Drehpunkt der Bewegung liegt. Man sieht daher dann 
das Schlüsselbein seine Lage wechseln, aus der wagerechten 
kommt es in eine nach oben und aussen schiefe Stellung, 
sein äusseres Ende wird gehoben und rückt etwas nach 
hinten. Das Schlüsselbein beteiligt sich also in sehr wich- 
tiger Weise an den Bewegungen des Armes und diese That- 
sache erklärt es auch, warum dasselbe nur bei den Tieren 
ausgebildet ist, die eine besondere Beweglichkeit der vor- 
deren Gliedmassen besitzen; ausser beim Menschen, bei den 
Affen, den Fledermäusen. Bei der Katze und dem Löwen, 
die ja ihre Vorderbeine nicht nur zum Laufen brauchen, 
sondern auch zum Erfassen und Zerreissen ihrer Beute, wo- 
bei sie Bewegungen nach auswärts, nach vorne und nach 
innen (gegeneinander) damit ausführen, besteht das Schlüs- 
selbein noch, aber in sehr unentwickelter Form; und
        

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