Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956771
30 
Dritte 
Vorlesung. 
endigen; deshalb heissen sie auch die beweglichen 
Rippen. 
Im allgemeinen kann man die Rippen als lange Knochen 
bezeichnen und mit Fassreifen vergleichen, da sie eine äussere, 
eine innere Fläche und einen oberen und unteren Rand 
zeigen; die Reifen liegen aber nicht wagerecht, sondern sind 
von hinten und oben nach vorne und unten geneigt; es liegt 
also das Vorderende bei jeder Rippe niedriger als das hin- 
tere Ende. Ausserdem zeigen die Rippen eine doppelte 
Krümmung; erstens sind sie wie die F assreifen gebogen und 
um den Brustkorb herumgelegt (wir nennen das (mach der 
Fläche gebogenw), und zwar in der Weise, das ihre Rundung 
nach aussen, ihre Höhlung nach innen gerichtet ist; ausser- 
dem sind sie aber um sich selbst gedreht (awindSChiefx), wie 
wenn ihr Vorderende stark nach innen gedreht worden wäre; 
die Folge davon ist, dass ihre Aussenfläche nur in dem mitt- 
leren Teil der Rippe wirklich nach aussen, dagegen in dem 
vorderen Abschnitt nach oben gerichtet ist. Um eine Vor- 
stellung von dieser Drehung der Rippen zu erhalten, braucht 
man nur eine abgelöste Rippe auf die Wagerechte Tisch- 
platte zu legen; man bemerkt dann, dass sie die ebene Unter- 
lage nicht mit der ganzen Länge ihres Randes, sondern nur 
an zwei Punkten berührt, gerade so wie ein Fassreifen, den 
man etwas spiralig gebogen hat. 
Die Länge der Rippen ist sehr verschieden, entsprechend 
der nicht cylindrischen, sondern eher eiförmigen Gestalt des 
Brustkorbes; sie nimmt zu von der ersten bis zu der achten, 
die die längste ist und an der breitesten Stelle des Brust- 
korbes liegt; weiter nach unten, von der achten bis zur 
zwölften, wird die Länge der Rippen wieder geringer. 
Wenn man eine einzelne Rippe, von ihrem hinteren 
Ende beginnend, genauer betrachtet, kann man gewisse Ab- 
schnitte unterscheiden, deren Kenntnis die Auffassung der 
Gesamtform des Brustkorbes erleichtert. Zunächst ein leicht 
verdicktes Endstück, das Rippenköpfchen, welches mit 
den Wirbelkörpern in Gelenkverbindting steht; es ist keil-
        

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