Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956674
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Zweite Vorlesung. 
Um 
L111S 
über 
den 
B au 
der Wirbelsäule klar 
Zll 
werden, 
haben wir dieselbe in die einzelnen Wirbel zerlegt. Es er- 
übrigt jetzt zu schildern, wie diese verschiedenen Wirbel 
über einander angeordnet und durch Gelenke verbunden 
sind, so dass sie nicht eine starre, sondern eine gebogene, 
elastische Säule bilden. 
Wenn man die Wirbel so aneinanderfügt, dass die un- 
teren Gelenkflächen eines jeden die oberen Gelenküächen 
des nächst tieferen genau berühren, findet man, dass die 
Wirbelkörper einander nicht berühren (Fig. 5). Der zwi- 
schen ihnen freibleibende Raum wird an dem unversehrten 
Körper durch faserig-elastische Scheiben ausgefüllt, Welche 
man bei dem fest aufgestellten Skelett durch zwischengelegte 
Leder- oder Pappscheiben nachahmt. Diese Zwischen- 
wirb els cheib en sind im Lendenteil sehr dick und nehmen 
nach dem Brust- und Halsteil zu allmählich an Mächtigkeit 
ab. Da sie zusammendrückbar und elastisch sind, geben 
diese Faserknorpel der aus aufeinandergelagerten Wirb_eln 
gebildeten Säule einen gewissen Grad von Biegsamkeit, 
während eine Säule, die nur aus Knochenplatten bestände, 
vollkommen starr sein würde.  Ein anderer Bandapparat, 
welcher an dem hinteren Abschnitt der Wirbelsäule gelegen 
ist, erscheint gleichfalls mit Rücksicht auf die Beweglichkeit 
sehr wichtig; es sind das die zwischen den Wirbelbögen 
gelegenen gelben Bänder. Unter Wirbelbögen verstehen 
wir den ganzen hinteren Abschnitt des Wirbelringes, welcher 
nach rückwärts in den Dornfortsatz übergeht (7, 7 Fig. 4) 
und als die doppelt geteilte Wurzel dieses Fortsatzes be- 
zeichnet werden könnte; die gelben Bänder bilden zwei 
kurze Bandmassen aus eigenartigem Gewebe, die sich jeder- 
seits am Ursprungsteil des Dornfortsatzes anheften und den 
unteren Rand der Bögen je eines Wirbels mit dem oberen 
Rand eines darunter gelegenen vereinigen. Das gelbe oder 
elastische Gewebe, woraus sie bestehen, hat in der 
Eigentümlichkeit seines Gefüges Aehnlichkeit mit Kautschuck; 
es ist elastisch, d. h. es lässt sich ausdehnen und kehrt,
        

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