Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956669
Zweite 
Vorlesung. 
19 
wirbel, den wir Epistropheus nennen (von sm-argsqezr, 
auf etwas drehen), der Drehwirbel, besitzt an seinem Kör- 
per einen senkrecht nach oben ragenden Fortsatz, den Z ahn- 
fortsatz, dessen Form thatsächlich einem Zahn ähnlich 
ist, und der in einem zur Hälfte aus sehnigem, zur anderen 
Hälfte aus Knochen-Gewebe gebildeten Ring in dem vorderen 
Teil des Atlas steckt (Fig. 6 Nr. 12). Dieser Zapfen bildet 
die Axe, den Drehpunkt für die Seitwärtswendungen des 
Kopfes nach rechts oder links. Die Drehbewegungen des 
Kopfes vollziehen sich also nicht in dem Gelenk zwischen 
Atlas und Hinterhauptsbein, sondern nur in dem Gelenk 
Zwischen Atlas und Epistropheus, da der Atlas bei diesen 
Bewegungen ein Ganzes mit dem Schädel bildet, ebenso wie 
er bei den Bewegungen der Beugung und Streckung ein 
Ganzes mit dem Epistropheus bildet.  Obgleich diese That- 
sachen für die äusseren Formen wenig Bedeutung haben, 
denn diese Knochen sind tief am Grunde des Schädels ver- 
borgen, sind sie doch mit Rücksicht auf den Mechanismus 
der Gelenke so wichtig, dass sie hier kurz erwähnt werden 
mussten.  Dagegen ist das besondere Verhalten des letzten 
Halswirbels von grösster Bedeutung für die äussere Form. 
Der siebente Halswirbel wird als der vorspringende 
Wirbel bezeichnet, weil sein Dornfortsatz in seiner Form 
schon den Dornfortsätzen der Rückenwirbel ähnlich ist; er 
ist lang, zugespitzt und endet in einem Knötchen, welches 
immer einen unter der Haut deutlich erkennbaren Vorsprung 
bildet. Dieser Vorsprung ist um so ausgeprägter, weil er 
an einem Teile des Rückens liegt, wo der Kapuzenmuskel 
(Cucullaris) nur Sehnenfasern besitzt und deshalb eine Ver- 
tiefung bildet, in deren Mitte, entsprechend einer durch den 
Oberen Rand der Schultern gelegten wagerechten Linie, er 
hervortritt. Bei Beugung des Kopfes springt der Dornfort- 
satz des siebenten Halswirbels noch stärker vor; (wie man 
Z- B. sehr deutlich an dem mit herabhängendern Kopf dar- 
gestellten Leichnam auf Gericaulfs Gemälde, xle radeau 
de la Medusea im Louvre erkennen kann).
        

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