Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1959086
F tinfundzwamigste 
Vorlesung. 
261 
darstellen solle, sagt, man müsse ihn abbilden (mit bogen- 
förmig gekrümmten Seitenteilen des Mundes, dickem, ange- 
schwollenem und auf der Vorderseite ganz mit Falten be- 
decktem Halsex. 
Wenn die eigenartigen Veränderungen bei Verkürzung des 
Hautmuske-ls vom Halse die Zusammenziehung des Stirnmuskels 
begleiten, nimmt die Physiognomie, wie die Photographieen Du- 
chennes zeigen, den Ausdruck der Aufmerksamkeit und des Ent- 
setzens über ein schreckliches Schauspiel an. Vergesellschaftet 
mit der Verkürzung des Augenbrauenmuskels wird der Ausdruck 
der eines heftigen Schmerzes, wie z. B. bei einem Unglück- 
lichen, der gefoltert wird oder von einem Raubtier zerrissen 
wird. Wenn die Zusammenziehung des Nasenrückenmuskels 
von der des Hautmuskels am Halse begleitet wird, so erhält 
man den Ausdruck einer wilden, barbarischen Strenge u. s. w. 
Allgemeine Betrachtungen. Gemeinsamkeit 
und Verbindungen.  Wir brauchen die oben gegebene 
Aufzählung der Hautmuskeln von der Stirn bis auf den Hals 
nur noch einmal zu überblicken, um zu erkennen, dass 
Muskeln darunter sind, die für sich allein vollkommene Aus- 
drucksmuskeln sind (wie der Stirnmuskel, der Augenbrauen- 
muskel, der grosse Jochbeinmuskel) und andere, die nicht 
vollkommene Ausdrucksmuskeln darstellen, sondern nur ge- 
eignet sind, einen durch einen anderen Muskel hervor- 
gebrachten Ausdruck zu vervollständigen oder zu verändern 
(der Lidteil des Augenringmuskels, der quere Nasenmuskel, 
der Hautmuskel des Halses), und endlich andere, die fast 
gar keinen Ausdruck hervorbringen, selbst wenn sie sich 
mit wahren Ausdrucksmuskeln vereinigen (z. B. der Trompeter- 
muskel). Wir brauchen bei dieser Einteilung nicht länger 
zu verweilen. 
Eine wichtigere Frage ist die nach der gemeinsamen 
Wirkung verschiedener Muskeln und namentlich solcher, die 
an sich vollständige Ausdrucksrnuskeln sind. Der eigene Aus- 
druck eines jeden dieser Muskeln ist sozusagen eine von den 
Silben oder Worten in der Sprache der Physiognomie; aber
        

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