Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1959028
Fünfundzwanzigste 
Vorlesung. 
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dadurch krumm mit der Oeifnnng nach unten aussen (um- 
gekehrt wie durch den grossen Jochbeinmuskel). Durch 
diese Veränderungen gewinnt die Physiognomie den Ausdruck 
der Unzufriedenheit, der Rührung, des Weinens. (Vgl. den 
Atlas von Duchenne.) 
Wir geben hier nur eine Umrisszeichnung (Fig. 74), in 
welcher die beiden wesentlichen Veränderungen, die dieser 
Muskel bewirkt (Schiefstellung der Lippen- 
linie und Krümmung der Nasenlippenfalte), 
angegeben sind, welches uns aber noch in 
genügender Weise den Ausdruck der bis 
zu Thränen gehenden Traurigkeit wieder-  
zugeben scheint. Wir werden die Be- 
deutung dieser Umrisszeichnung noch besser 
erkennen, wenn man sie mit Fig. 73 ver- 
gleicht; wir sehen dann, dass die durch 
den Muskel des Weinens bedingten Ver-  
änderungen fast die entgegengesetzten sind Fig- 73- 
 Schema des Lachens. 
wie die durch den Lachmuskel, so wie die 
beiden entsprechenden Gemütsbewegungen entgegengesetzte 
sind. Bemerkenswert ist noch, wie gering der Abstand 
zwischen diesen beiden Muskeln ist, und wie fein die Ab- 
weichungen in ihrer anatomischen Anordnung, so fein, dass 
die Schriftsteller, nicht untereinander einig sind, 0b der 
zwischen beiden gelegene kleine jochbeinmuskel (wenn er 
vorhanden ist) als Gehilfe desgrossen jochbeinmuskels, oder 
wie wir es annehmen, des Oberlippenhebers anzusehen ist. 
Zweifellos erinnern diese anatomischen Verhältnisse daran, 
wie kurz bei den Gemütsbewegungen selbst und bei ihrem 
Ausdruck der Uebergang vom Lachen zum Weinen ist. 
7. Der gemeinsame Heber der Lippe und des 
Nasenflügels (Levator communis alae nasi et labii 
superioris) entspringt am inneren Augenhöhlenrand, steigt 
fast senkrecht herab und heftet sich mit einigen Fasern an 
den Nasenflügel mit der Hauptmenge derselben an die Ober- 
lippe in der Nähe der Mittellinie. Er erhebt also diesen
        

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