Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1958960
F ünfundzwanzigste Vorlesung. 
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die Brauen einen Bogen mit nach unten gewandter Höhlung, 
dessen beide Enden an den entsprechenden Teilen der 
knöchernen Augenhöhlen festhaften. Die Wirkung dieses 
Muskels ist leicht zu erraten, denn er muss, wie jeder krumme 
Muskel, der mit seinen Enden mehr oder Weniger befestigt 
ist, bei seiner Verkürzung seine Krümmung verringern. Er 
verändert also in demselben Sinne die Augenbrauen, an deren 
Haut er haftet, er verflacht ihre Krümmung, 
macht sie geradlinig querverlaufend, zieht 
sie herab und zieht die Haut der Stirn 
an, deren Falten er ausgleicht. 
Bei der Untersuchung eines Gesichtes 
(Fig. 68), an dem dieser Muskel sich zu- 
sammenzieht, erkennt man, dass er Ueber- 
legung ausdrückt. In Fig. 68 sind die. 
sehr stark entwickelten Augenbrauen sehr 
tief gesenkt, ihre Haare reichen über die Fig 67 
Augen herab und der Ausdruck ist etwas Schema derwgkung des 
der einer peinlichen Ueberlegung, der An- Srimmuissieggflfmerk- 
strengung eines von Schmerz erfüllten 
Geistes; aber man sieht auf alle Fälle, dass dieser Ausdruck 
im wesentlichen durch die Senkung und geradlinige Richtung 
der Augenbrauen bedingt wird, welche das Auge verhüllt 
und jede Falte der Stirn ausgleicht. Diese Veränderung der 
Zügel ist genau der durch den Stirnmuskel bedingten ent- 
gegengesetzt, wie das der Vergleich der Figuren 66 und 68 
zeigt. Es sind ja auch thatsächlich die Geisteszustände, 
deren Ausdruck durch einen jeden dieser Muskeln wieder- 
gegeben wird, einander geradezu entgegengesetzt.  Wir 
können nicht gleichzeitig aufmerksam auf einen Gegenstand 
der Aussenwelt achten und unsere Gedanken zu Ueber- 
legungen sammeln; gewöhnlich folgen die beiden Zustände 
des Geistes und der Physiognomie in .der Weise, dass wir 
zuerst aufmerksam sind auf das, was wir betrachten, mit 
offenem, glänzendem Auge, erhobene Augenbrauen, gerun- 
zelter Stirn (Wirkung des Stirnmuskels), dann uns das Ge-
        

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