Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1958838
236 
Vierundzwanzigste Vorlesung. 
erwecken. Die Ceder mit ihren flach ausgebreiteten Aesten 
ist derjenige unter allen Bäumen, welcher uns im höchsten 
Masse diesen Eindruck gewährt. Dagegen giebt die zweite 
Figur mit den schief nach unten gerichteten Linien den Ein- 
druck der Traurigkeit, des Schmerzes, des Leides, und der 
Verfasser unterlässt es nicht, die Richtung der Zügein einem 
solchen Gesicht mit den architektonischen Linien von Grab- 
gewölben und Grabdenkmälern zu vergleichen, sowie mit 
den Aesten der Bäurne, welche man mit Vorliebe auf Fried- 
höfe pflanzt, weil sie schief herabhängen (Traueresche u. s.  
Z S 
IX 
IX 
Fig. es. Fig. 64. 
Die drei Figuren des Humbert de Superville. 
S Z 
XI 
X; 
Fig. 65. 
Ruhe, Traurigkeit, Freude. 
Endlich die dritte Figur mit schief nach oben gerichteten 
Linien, gibt uns den Eindruck der Freude, des Lachens, des 
Leichtsinns, der Unbeständigkeit, und um in den vorstehen- 
den Vergleichen fortzufahren, wird alle Welt einräumen, dass 
z. B. die chinesische Baukunst mit ihren schiefen nach 
oben auseinander weichenden Linien niemals, wenigstens für 
die Augen eines Europäers den Eindruck der Grösse und 
Majestät hervorzurufen vermag. 
Die Figuren und die Bemerkungen, welche Superville 
von Gesichtspunkten aus, die unserer Beurteilung fern liegen, 
daran knüpft, sind von einer überraschenden Richtigkeit, 
wenn man die Züge des Gesichtes Während der Bewegung, 
während des augenblicklichen Ausdruckes einer Gemütser- 
regung betrachtet. In der That, alle Muskeln, welche an 
dem Ausdruck des Schmerzes, des Kummers, der Traurig- 
keit, der Verachtung teilnehmen, tragen dazu bei, die Züge 
des Gesichts nach aussen unten zu verziehen, indem sie auf
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.