Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1958821
Vorlesung. 
Vierundzwaxxzigste 
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heit des Portales kündigt den Wert dessen, was daraus her- 
vortritt; hier ist es die Stimme, der Dolmetscher des Herzens 
und der Seele, der Ausdruck der Wahrheit, der Freund- 
schaft und der zartesten Gefühlen Was die unaufhörliche 
Vergleichung der Physiognomie des Menschen mit der der 
Tiere betrifft, lässt der Verfasser sich durch nichts auf sei- 
nem phantastischeniWege aufhalten, und wir sehen ihn mit 
der gleichen Sicherheit über die Physiognomie der Fische, 
der Schlangen, der Heuschrecken und der Eingeweidewür- 
mer (l) sprechen wie über die des Menschen. aMehreren 
Fischen, sagt er, fehlt das, was den Charakter der Anmut, 
Lieblichkeit und Zartheit bedingt.     Die Eingeweide- 
würmer haben eine entschiedenere Physiognomie   . ihr 
physiognomischer Charakter Hösst dem Menschen Traurigkeit 
und Furcht einn)  
Um zu Arbeiten ernsterer Art, Wenngleich auch noch 
auf die Erfahrung gegründet, zu kommen, haben wir zunächst 
ganz besonders ein Werk zu erwähnen, welches zwar nur 
nebenbei von den Gesichtszügen handelt, aber einige wert- 
volle Beobachtungen giebt, die wir bei der schematischen 
Darstellung von der Wirkung der Hautmuskeln des Gesichtes 
uns zu Nutzen zu machen gesucht haben. Es handelt sich 
um die Abhandlung von Humbert de Superville (Des 
signes inconscients de Part 1'827). Der Verfasser giebt da 
drei Umrisszeichnungen des menschlichen Gesichtes, in Wel- 
chen die Augen, die untere Nasengrenze und der Mund 
durch einfache Linien angedeutet sind; aber in dem einen 
dieser Schemata sind die Linien alle wagerecht (Fig. 63), 
in dem andern sind sie sämtlich nach unten aussen von der 
Mittellinie schräg (Fig. 64) und in dem dritten nach aussen 
oben geneigt. Der Verfasser macht darauf aufmerksam, dass 
die erste Figur mit den wagerechten Linien den Eindruck 
der Ruhe, Erhabenheit und Standhaftigkeit giebt, und fügt 
hinzu, dass in gleicher Weise in der Natur und in der Bau- 
kunst wagerechte, regelmässige, gleichlaufende Linien die 
Vorstellung der Ruhe, der Dauerhaftigkeit, der Grossartigkeit
        

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