Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1958784
Vorlesung. 
Vierundzwanzigste 
231 
liche Grube bildet. Von diesen vielfachen Ansatzpunkten 
gehen die Fleischfasern desselben nach unten fächerförmig 
zusammen zu einer starken Sehne, die den Krönenfortsatz 
des Unterkiefers, an welchem sie sich ansetzt, umfasst (s. 28, 
Fig. 39). Der Muskel hebt den Unterkiefer; da er in einem 
geschlossenen Raume liegt (der Schläfengrube und der sie 
überdeckenden Aponeurose), zeigt er beiiseiner Verkürzung 
keine bemerkenswerte Vorwölbung in der Schläfengegend, 
indessen sieht man bei einem kauenden Menschen die Haut. 
der Schläfe über dem jochbogen sich leicht in wellenförmigen 
Zuckungen heben und senken; nur durch diese treten die 
Zuckungen des Muskels beimKauen äusserlich in Erschei- 
nung.  
Muskeln des Ausdrucks. Nach dem, was wir über 
die eigenartige Anordnung dieser Hautmuskeln gesagt haben, 
ist es leicht verständlich, dass wir bei der Beschreibung 
derselben in anderer Weise verfahren müssen, als bei den 
Skelettmuskeln. "Wir werden weniger die Gestalt ihres 
Fleischkörpers, als seinen Verlauf und die Richtung zu bestim- 
men haben, in welcher er einen Zug auf die Haut aus- 
übt. Dann, wenn wir nach Feststellung der Ansatzpunkte 
dieser Muskeln an Knochen oder in der Haut, die Richtung, 
in welcher sie wirken, kennen gelernt haben, werden wir 
die Gestalt der Hautfalten, welche sie" bilden, beschreiben 
und untersuchen, welchen Ausdruck das Gesicht durch diese 
Veränderungen erhält. Ehe wir aber uns zu diesen Einzel- 
heiten wenden, ist es nötig, dass wir einen flüchtigen Blick 
auf die Geschichte dieser in der_ menschlichen Physiologie 
gesondert dastehenden Frage werfen, um genau festzustellen, 
in welchem Sinne und nach welcher Regel wir diese Studien 
zu unternehmen haben.  
Zunächst sei hervorgehoben, dass das, was wir hier bei 
Besprechung der Gesichtsmuskeln studieren wollen, die ((136- 
wegte Physiognomie) ist, d. h. die Eigentümlichkeiten, 
welche die Züge in" einem gegebenen Augenblick, unter dem 
Einlluss einer Gemütsbewegung, welche unwillkührlich einen
        

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