Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1958773
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Vorlesung. 
Vierundzwanzigste 
Die Kaumuskeln. Die Muskeln, die den Unterkiefer be- 
wegen, setzen sich an seinem aufsteigenden Ast an. Einige 
innen, das sind die Flügelmuskeln (M. pterygoidei), (so 
genannt we_il sie von den Flügelfortsätzen des Keilbeins 
kommen), mit denen wir uns hier nicht zu beschäftigen haben, 
da sie tief in den Seitenhöhlen des Schädels und Gesichtes 
versteckt sind und sich mit keinem ihrer Abschnitte an der 
äusseren Gestalt vorwölben;  andere aussen und zwar 
teils am Kieferwinkel (Kaumuskel), teils am Kronenfortsatz 
(der Schläfenmuskel). 
Der eigentliche Kaumuskel (M. masseter) ist eine 
viereckige Fleischmasse (s. I2, Fig. 62) deren oberer Rand sich 
an den ijochbogen (s. Fig. 39), deren unterer sich an den 
Unterkieferwinkel ansetzt. Der Vorderrand dieses Muskels 
ist dick und bildet bei mageren Leuten einen Wulst, vor 
welchem die Wangen mehr oder weniger tief eingesunken 
erscheinen. Bei seiner Verkürzung hebt der Kaumuskel den 
Unterkiefer, bringt ihn zur Berührung mit dem Oberkiefer 
und presstihn mit grosser Gewalt gegen den letzteren. Es 
wäre überflüssig bei der Bedeutung dieses Muskels für das 
Kauen zu verweilen. Wichtiger ist es, zu bemerken, dass 
bei sehr vielen heftigen Erregungen oder selbst wenn man 
nur seine Körperkraft stark anstrengt, unwillkürlich die 
Kiefer geschlossen, d. h. die Kaumuskeln in Thätigkeit ver- 
setzt werden; so sieht man im Zorn, beim Drohen, bei jenem 
Ausdruck innerer Anspannung, wo, wie man sagt, der Mensch 
mit den Zähnen knirscht, die Kaumuskeln als starke vier- 
eckige Vorsprünge zu beiden Seiten des Gesichtes vortreten, 
und es dient also die Zeichnung des Kaumuskels dazu, dem 
Gesicht einen Ausdruck von Kraft, aber im allgemeinen von 
roher Gewaltthätigkeit zu geben.  
 
nimmt die ganze Ausdehnung! der Schläfengrube ein. Er 
entspringt an den Knochen, die diese Grube zusammensetzen, 
heftet sich aber andererseits auch an denjochbogen, so dass 
ereine Art Deckel (Aponeurosis temporalis) über die frag-
        

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