Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1958724
Dreiundzwanzigste Vorlesung. 
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Rand des Zungenbeines aufwärts. Es sind vier, von denen 
zwei oberflächlich liegen (der Schulterblattzungenbein- und 
der Schlüsselbeinzungenlaeinmuskel), zwei in der Tiefe (der 
Brustbeinschildknorpel- und der Schildknorpelzungenbein- 
muskel).   
Der Schulterblattzungenbeinmuskel (M. omo- 
hyoideu s), (24, Fig. 62) ist ein kleiner, langer und schlanker 
Muskel von eigentümlichem Verlauf; er entspringt nämlich 
am oberen Rande des Schulterblattes hinten von dem Raben- 
schnabeleinschnitt, und verlätift .erst wagerecht nach vorne 
und innen, am hinteren Rand des Schlüsselbeines entlang, 
um etwa in der Mitte desselben sich nach oben zu krümmen, 
unter den Kopfnicker zu treten und sich seitwärts am unteren 
Rande des Zungenbeines anzuheften. Der Muskel ist, da er 
zuerst vom Kapuzenmuskel, dann vom Kopfnicker bedeckt 
wird, am enthäuteten Körper nur in zwei Abschnitten seines 
Verlaufes sichtbar, einmal in seinem vorderen Endstück vor 
dem Kopfnicker und zweitens in seiner Mitte, in dem unter- 
sten Teil der Rinne zwischen Kopfnicker und Kapuzen- 
muskel. Aber obwohl er hier sehr tief liegt, ist der Muskel 
doch durch dieHaut sichtbar, denn er erhebt sich bei ge- 
wissen Bewegungen. Bei seiner schlanken Gestalt kann man 
nicht daran denken, ihn als Heber des Schulterblattes an- 
zusprechen; vielleicht dient er als Herabzieher des Zungen- 
beines, aber die wichtigste Thatsache ist die, dass- er sich 
namentlich bei gewissen krampfhaften Atembewegungen, wie 
beim Seufzen oder Schluchzen anspannt, da -er. dann einer 
zu tiefen Einziehung der Haut und der Fascien in die über 
dem Schlüsselbein gelegene Vertiefung durch den Druck der 
ätisseren Luft entgegenwirkt. (Es wird ja bei starker Ein- 
atmungsbewegung im Brustkasten ein luftverdünnter Raum 
geschaffen.)  Deshalb sieht man ihn, wenn der Hals mager 
ist und seine Gruben sehr scharf ausgeprägt sind, wie _z. B. 
bei einer alten Frau, sehr deutlich in der Schlüsselbeingrube 
beim Schluchzen oder jeder heftigen Einatrnung hervortreten, 
und zwar entspricht der Strang dem mittleren Abschnitt des 
Duv_a1, Grundriss.  I5
        

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