Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1958704
Vorlesung. 
Dreiundzwanzigste 
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dann zu einem langen, dicken Muskelbauch, der schief zum 
Schädelgrunde aufsteigt, hinter dem senkrechten Ast des 
Unterkiefers, und sich am Grunde des Vilarzenfortsatzes und 
dem benachbarten Teil der krummen Hinterhauptslinie an- 
setzt (I6, Fig. 52). 
Da der Ansatzpunkt dieses Muskels hinter dem Dreh- 
punkte des Beugegelenkes vom Kopf liegt, bewirkt er 
Streckung des Kopfes gegenüber dem Hals, fügt aber dieser 
wenig ausgesprochenen Bewegung alsbald Beugung des Halses 
gegen den Rumpf hinzu. Wenn sich beide Muskeln, der 
der rechten und linken Seite, gleichzeitig verkürzen, bewirken 
sie also Streckung des Kopfes gegen den Hals und Beugung 
des Halses gegen den Rumpf, und man sieht z. B. beide 
Muskeln sehr deutlich vortreten bei einem auf dem Rücken 
liegenden Menschen, wenn er durch Beugung des Halses den 
Kopf erhebt. Viel häufiger verkürzt sich aber nur ein Muskel 
(auf einer Seite) und hat dann die Wirkung, das Gesicht 
nach der entgegengesetzten Seite zu wenden; bei jemanden, 
der nach rechts sieht, wird also das Gesicht durch Verkürzung 
des linken Kopfnickers auf die Seite gewandt, und die Wöl- 
bung dieses Muskels tritt dann in Gestalt eines breiten, vom 
"Brustbein zur Ohrgegend verlaufenden Stranges stark unter 
der Haut vor. Es gibt verschiedene Stellungen, bei welchen 
diese Vorwölbung besonders bemerkbar ist, wie z. B. wenn 
man lebhaft den Kopf zur Seite wendet, um auf eine An- 
rede zu antworten oder einen Befehl zu erteilen. In der 
Stellung des Lauschens, wenn wir aufmerksam nach einer 
Seite hinhorchen, wenden wir den Kopf etwas und recken 
das Ohr ein wenig nach oben und vorne; und bei dieser 
Stellung wird der Kopfnicker unter der Haut des Halses be- 
sonders deutlich. 
Entsprechend ihrem Ursprung und Verlauf erscheinen 
die beiden Kopfnicker unten einander sehr genähert, oben 
weit voneinander entfernt; sie umschreiben also die Seiten 
eines Dreieckes, dessen nach unten gewandte Spitze dem 
Einschnitt des Brustbeines, dessen Grundlinie dem Unterkiefer
        

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