Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1958641
Zweiundzwanzigste 
Vorlesung. 
217 
über die hintere Kniegegend, wenn man sie bei einem ge- 
streckten Bein betrachtet, gesagt haben. Wenn der Beob- 
achtete sich dann noch auf die Zehen stellt, so kann man 
noch weniger als vorher von einer Kniekehlengrube, einer 
Aushöhlung an der Rückseite des Kniees, sprechen; unter 
diesen Verhältnissen vereinigen sich die früher betrachtete 
Wölbung des halbhäutigen Muskels und die der Fleischteile 
von den Zwillingsmuskeln fest miteinander, und da der Fuss- 
sohlenmuskel, den wir gleich erwähnen werden, zur Aus- 
füllung des Zwischenraumes beiträgt, bildet die Gegend der 
Kniekehle in der That eine Vorragung, und die Rückseite 
des Knies erscheint in ihrem mittleren Teil durch einen 
starken Muskelwulst ausgezeichnet, über dessen Bedeutung 
wir uns nur durch genaue Betrachtung der Zwillingsmuskeln 
und des halbhäutigen Muskels klar werden können. 
Der Schollenmuskel (Muse. soleus), so genannt, weil 
seine Gestalt einer Scholle (lat. solea) vergleichbar erscheint, 
liegt unter den Zwillingsmuskeln, welche er sowohl mit 
seinem Innenrand (7, Fig. 61), wie mit seinem Aussenrand 
(12, Fig. 60) überragt. Er entspringt am NVadenbeinköpfchen 
und am Schienbein und geht unten in eine breite, dreieckige 
Sehne mit nach oben gerichteter Grundfläche über, an deren 
oberüächlichen Seite sich die Zwillingsmuskeln anheften. 
Diese Sehne, welche an der Unterseite und an beiden Rän- 
dern noch von Fleischfasern des Schollenmuskels begleitet 
wird, verschmälert und verdickt sich nach unten zu und 
wird etwa 5 cm über der Hacke frei, d. h. sie nimmt hier 
keine Muskelfasern mehr auf. Das ist die Achillessehne, 
dazu bestimmt, gleichzeitig den Zug des Schollenmuskels 
und der Zwillingsmuskeln zu übertragen; am Fersenbein an- 
gelangt, wird sie wieder etwas breiter und heftet sich an 
die untere Hälfte der Rückseite dieses Knochens. 
Der Schollenmuskel wirkt ebenso, wie die Zwillinge, 
und man sieht deshalb bei kräftigem Strecken des Fusses 
die Wölbung seiner Fasern sich beiderseits an dem oberen 
dreieckigen Ende der Achillessehne abzeichnen.
        

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