Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1958617
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Vorlesung. 
Zweiundzwanzigsle 
ander, um sich an zwei entgegengesetzten Seiten des Fusses 
anzusetzen. Die eine von ihnen, die des kurzen Wadenbein- 
muskels geht wagerecht von hinten nach vorne (I 0, F ig. 60), 
und setzt sich an das hinterste Ende des fünften Mittelfuss- 
knochens. Die andere dagegen, die des langen Wadenbein- 
muskels, zieht schief nach vorne und unten, so dass sie die 
Fusssohle erreicht, unter Welcher sie, durch die Rinne des 
Würfelbeines laufend, verschwindet; sie geht dann quer unter 
der Fusssohle hin, von dem äusseren an den inneren Rand, 
verdeckt durch die Muskeln und Bänder der Fusssohle, und 
gelangt bis an das hintere Ende des ersten Mittelfussknochens, 
wo sie sich ansetzt. 
Diese beiden Muskeln, namentlich aber der kurze Waden- 
beinmuskel, haben die Wirkung, den Fuss zu strecken, dessen 
Spitze sie gleichzeitig unter Erhebung seines Aussenrandes 
auswärts wenden; die Wirkung ist demnach im allgemeinen 
der des vorderen Schienbeinmuskels entgegengesetzt. Aber 
der lange Wadenbeinmuskel hat eine noch viel wichtigere 
Wirkung, welche es uns erklärt, warum der Fleischwulst dieses 
Muskels allemal stärker Vortritt, wenn der Fuss eine besondere 
Anstrengung zu machen hat, wenn er z. B. beim Tanze vorge- 
streckt wird, oder bei Bewegung einer Nähmaschine u. a. m.  
Vermöge der Anordnung seiner Sehne, welche sich wie eine 
Bogensehne durch die Höhlung der Fusswurzel spannt, wirkt 
dieser Muskel zur Vertiefung dieser Höhlung, d. h. des Fuss- 
gewölbes, was sich auf dem Fussrücken als verstärkte Wöl- 
bung äussert. 
Hintere Muskeln. Der hintere Abschnitt des Unter- 
schenkels ist sehr Heischig, und aus zahlreichen starken Mus- 
keln zusammengesetzt, die man in zwei Gruppen sondert; 
eine oberflächliche, welche wir im einzelnen beschreiben 
werden, und eine tiefe, für die einige Andeutungen genügen. 
Die oberflächliche Gruppe besteht aus den Zwillingsmuskeln, 
dem dünnen Fusssohlenmuskel und dem Schollenmuskel.  Die 
Zwillingsmuskeln (Gastrocnemii), welche eigentlich die 
Vorwölbung der W ade bilden, sind doppelt beiderseits neben
        

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