Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1958522
Einundzwanzigste Vorlesung. 
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sichtbar sind, nämlich den Ka1nmmuskel, den ersten An- 
zieh er, und den schlanken Muskel. Dann werden wir 
noch die fast völlig durch die obengenannten. verdeckten 
Muskeln flüchtig erwähnen, den kleinen und den grossen 
Anzieher. 
Der Kammmuskel (Muse. pectineus), (22, Fig. 50 
und 1 1, Fig. 57) der erste und kürzeste Muskel dieser Gegend 
stellt ein breites Fleischband dar, das sich von dem wage- 
rechten Schambeinast an den obersten Teil des Oberschenkels, 
(die Linie, die von der rauhen Linie an den kleinen Roll- 
hügel geht) ausspannt. Der untere Teil dieses Muskels ist 
durch den Schneidermuskel verdeckt, und auch sein oberer 
Teil zeichnet sich durch die Haut nur in sehr unbestimmten 
Umrissen, da er immer mehr oder Weniger von Fett einge- 
hüllt ist.  Der Kammmuskel und der obere Teil des Schnei- 
dermuskel begrenzen einen dreieckigen Raum mit nach unten 
gerichteter Spitze, der in der chirurgischen Anatomie unter 
dem Namen des S carp a s ch en Dreiecks bekannt ist. In dem- 
selben setzt sich ein umfangreicher Muskel an, dessen Fleisch- 
körper zum grössten Teil innerhalb der Becken- und Bauch- 
höhle gelegen ist, das ist der Iliopsoas, der Darmlen- 
denmuskel (I, 2, Fig. 57), der von den seitlichen Teilen 
der Wirbelsäule (Psoas) und aus der Darmbeingrube (Ilia- 
cus) entspringt, unter dem Schenkelbogen herabsteigt und 
so in die Tiefe des eben beschriebenen dreieckigen Raumes 
gelangt, wo er sich am kleinen Rollhügel ansetzt.  Selbst- 
verständlich ist dieser Muskel an der äusseren Gestalt nicht 
sichtbar. Der dreieckige Raum, dessen Boden er bildet, wird 
durch Blutgefässe und Lyrnphdrüsen ausgefüllt, welche diese 
Gegend bei den einzelnen Menschen sehr unregelmässig 
gestalten. 
Der erste oder mittlere Schenkelanzieher (Ad- 
ductor medius), (erster nach der Reihenfolge in der 
Lage, mittlerer nach seiner Grösse genannt) ist dreieckig 
(10, Fig. 57), seine sehnige Spitze entspringt von dem Scham- 
beinstachel, und seine Grundfläche heftet sich, vom Schnei-
        

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