Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1958452
198 
Einundzwanzigste 
Vorlesung. 
band entspringen nach unten und aussen und gehen in der 
Höhe des grossen Rollhügels in ein breites dickes Sehnen- 
band über, das oberflächlich sich in der Schenkelbinde fort- 
setzt, und in der Tiefe sich an dem äusseren Ast der Teilung 
der rauhen Schenkellinie anheftet (Seite 100). Der Muskel 
ist rautenförmig, mit je zwei gleichlaufenden Rändern, einem 
inneren, leicht nach innen vorgewölbten, einem äusseren, 
leicht eingebogenen. Dieser Rand entspricht der Linie, in 
welcher die Fleischfasern in die Ansatzsehne übergehen, er 
bildet daher eine Vorwölbung, die die Gegend des grossen 
Rollhügels hinten umrahmt. Wenn wir erst die Muskeln, 
die unter dem grossen Gesässmuskel liegen, aufgezählt haben, 
wird es leicht verständlich sein, dass diese Fleischmasse im 
ganzen genügend vorragt, um den grossen Rollhügel am 
enthäuteten Körper am Grunde einer seichten Vertiefung 
liegend erscheinen zu lassen, nach oben und hinten durch 
die Vorwölbung der Gesässmuskeln, nach vorne durch den- 
Anspanner der Schenkelbinde überragt. 
Der untere Rand des grossen Gesässmuskels ist sehr 
dick und bildet eine Vorwölbung, unter welcher die hinteren 
Schenkelrnuskeln hervortreten; er verleiht dem unteren Teil 
der Gesässgegend die Rundung. Der obere Rand dagegen ist 
dünn (s. Fig. 53) und geht in ein Sehnenband über, wodurch 
der mittlere Gesässmuskel derart verdeckt wird, dass er am 
enthäuteten Körper seine Wölbung nur noch schwach er- 
kennen lässt.  Der grosse Gesässmuskel ist Strecker des 
Schenkels gegen das Becken; bei aufrechter Stellung hält 
er das Becken nach hinten zurück, d. h. er verhindert das 
Vornübersinken desselben, und wir können also sagen, 
dass durch seine Thätigkeit der Rumpf bis zur senk- 
rechten Stellung gehoben wird; der grosse Gesässmuskel ist 
der Muskel für die aufrechte Haltung; deshalb hat er beim 
Menschen eine so ansehnliche Grösse im Vergleich zu seiner 
schwachen Ausbildung bei den Tieren, die sich nicht auf 
zwei Beine aufrichten können. 
Der mittlere Gesässmuskel (Glutaeus medius) liegt
        

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