Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957916
144 
Vorlesung. 
Vierzehnte 
erste reicht vom Scheitel zur Haargrenze, der zweite von 
der Haargrenze zur Nasenwurzel, den dritten bildet die Nase 
selbst und der vierte reicht vom oberen Ende der Nase bis 
3.115 
Kinn. 
Wenn ma11 durch Untersuchungen am Menschen den 
Kanon der achtfachen Kopflänge in Bezug auf seine Richtig- 
keit prüft, so überzeugt man sich, dass er nur für sehr grosse 
Personen, welche mindestens 1,85 Meter lang sind, zutrifft; 
Menschen die kleiner sind als 1,80 m, haben nur das 711'2- 
fache, oder das 7fache ihrer Kopflänge als Körperlänge. 
Es beruht das darauf, dass die Kopflänge bei den Einzelnen 
nur sehr geringe Verschiedenheiten zeigt; sie beträgt im 
Mittel 22 cm und die vorkommen- 
{d den Schwankungen gehen nicht 
  tiefer als 21 cm und nicht höher 
 f"  als 23 cm. Ein Mensch von acht 
 iiiüinlx:   Kopflängen ist gross (23 X 8 : 
1,84 m), einer von nur 7 Kopf- 
 längen ist klein (22X7:1,54 m), 
 und bei den meisten überschreitet 
ja die Körpergrösse dieses Mass. 
Es schien uns wichtiger, diese Unterschiede in der Zahl der 
Kopflängen bei verschiedenen Körpergrössen hier anzugeben, 
als nur die strenge Theorie, welche unter allen Umständen 
jeder menschlichen Figur acht Kopflängen zuschreiben will; 
eine solche genaue Regel widerspricht der thatsächlichen 
Beobachtung. Uebrigens wäre es irrig, wenn man annehmen 
wollte, die Bildhauer des Altertums hätten diese Regel der 
Massverhältnisse sklavisch befolgt, wir linden vielmehr bei 
ihren Werken dieselben Abweichungen davon wie in der Natur. 
Der Borghesische Fechter misst allerdings acht Kopflängen, 
aber wir haben auch bei dem ersten Blick auf dieses Meister- 
werk den Eindruck einer hochgewachsenen Gestalt, eines 
grossen, schlanken Mannes. Der Apollo misst nur sieben 
und zwei Drittel Kopflängen, ebenso der Laokoon, und 
der Antinous nur sieben und eine halbe. 
        

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