Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957777
130 
Dreizehnte 
Vorlesung. 
miteinander durch gezähnte Ränder, die sogenannten Nähte 
(Suturen). Da der Künstler den Schädel nicht ausschliess- 
lich mit Rücksicht auf die äussere Körperform, sondern auch 
als einen Gegenstand zu studieren hat, der häufig als Bei- 
Werk auf bildlichen Darstellungen dient, undda die richtige 
Wiedergabe der Nähte erst der Abbildung die Naturwahr- 
heit gibt, können wir eine sorgfältigere Beschreibung der- 
selben hier nicht umgehen. Wir müssen zu diesem Zweck 
den Schädel von oben und in der Seitenansicht betrachten. 
oben gesehen zeigt der Schädel eine in der Mittel- 
vorne nach hinten verlaufende Naht zwischen den 
Von 
linie von 
beiden Scheitelbeinen, das ist die Pfeilnaht (sutura sa- 
gittalis). Hinten teilt sich diese Naht in der Höhe des 
oberen Winkels der Hinterhauptsschuppe, und setzt sich in 
Form von zwei Hinterhaupt-Scheitelbeinnähten nach unten 
und aussen fort; man nennt diese Nähte zusammen die 
Lambdanaht, weil sie die Gestalt des griechischen Lambda 
(Ä) nachahmen. Vorne wird die Pfeilnaht begrenzt durch 
die beiden Stirnbein-Scheitelbeinnähte, welche zusammen eine 
quere Linie, die Kronennaht bilden (sutura coronaria), 
(Fig- 39). 
Wenn man den Schädel in der Seitenansicht betrachtet, 
sieht man, dass die Nähte eine verwickeltere Figur bilden, 
weil sich in der Höhe der Schläfengrtibe zwischen den oben 
beschriebenen Knochen noch eine neue Knochenplatte ein- 
fügt, welche mit an der Bildung der Schädelseitenwand be- 
teiligt ist (5, I0, II, 12, Fig. 39). Diese vierseitige Knochen- 
platte ist ein Teil des Keilbeins (os sphenoideum, von 
aipiv, Keil), eines sehr unregelmässig gestalteten Knochens 
im Schädelgrunde, in welchen er wie ein Keil eingefügt ist, 
während seine Seitenteile sich Hügelförmig ausbreiten. S0 
schiebt sich der grosse Keilbeinrlügel an der Seitenfläche 
des Schädels vor der Schläfenbeinschuppe und unter der 
Schuppe des Stirnbeins ein.  Man sieht hier, wenn man 
die Kronennaht von oben nach unten verfolgt, dass diese 
Naht sich unten spaltet in eine vordere, die Keilbein-Stirn-
        

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