Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957599
II2 
Vorlesung. 
Elfte 
Körper von dreiseitig prismatischer Gestalt, an welchem man 
auf den ersten Blick nicht gleich die drei Flächen und drei 
Kanten sich merken kann, weil der Knochen von vorne innen 
nach hinten aussen um sich selbst gedreht erscheint; aber 
man kann sich die Gestalt und Lage dieser windschiefen 
Flächen einprägen, wenn man auf die Thatsache achtet, dass 
die äusseren Wadenmuskeln, welche die Aussenseite des 
Knochens bedecken, sich unten nach rückwärts umbiegen, 
um hinter dem äusseren Knöchel den Fuss zu erreichen 
(s. Fig. 60); es wird dementsprechend die Aussenseite des 
Knochens unten zur hinteren, und da die übrigen Flächen 
dieselbe Drehung mitmachen, wird die innere unten zur 
vorderen, und die hintere zur inneren. 
Die beiden Unterschenkelknochen sind in ihrer ganzen 
Länge durch einen Zwischenraum, den Zwischenknochen- 
raum, getrennt, welcher oben breiter ist als unten und durch 
eine Haut, das Zwischenknochenband, geschlossen wird, 
die von einem Knochen zum anderen sich ausspannt; die- 
selbe dient den tiefen, vorderen und hinteren Unterschenkel- 
muskeln als Ansatz. Oben steht das Wadenbein in Gelenk- 
verbindung mit der hinteren, äusseren Fläche des oberen 
Schienbeinendes, aber dieses Gelenk gestattet nur fast un- 
merkliche Gleitbewegulagen. Unten ist das Wadenbein durch 
eine Art Fuge (Sympliyse) mit dem Schienbein verbunden, 
welche keinerlei Beweglichkeit darbietet, sondern nur dazu 
dient, dem Klammergelenk, in das der Fuss eingefügt ist, 
eine gewisse Elasticität zu verleihen. 
Wir sehen also, dass sich in Bezug auf die Beweglich- 
keit die beiden Knochen des Unterschenkels von denen des 
Unterarmes wesentlich unterscheiden; am Unterarm ist der 
eine der beiden Knochen um den anderen beweglich, kann 
sich mit ihm kreuzen und so die Pronation und Supination 
der Hand erzeugen; zwischen Wadenbein und Schienbein 
ist keinerlei ähnliche Verbindung, und der Fuss vermag des- 
halb auch keine Bewegung auszuführen, die wir mit der 
Pronation und Supination der Hand vergleichen könnten. 
        

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