Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957553
108 
Zehnte 
Vorlesung. 
denn 
müssten" 
dadurch 
3.11 
der 
betreffenden Seite 
die 
lenkbänder weiter gespannt werden, die schon den höch- 
sten Grad der Spannung erreicht haben. Aber sobald das 
Bein gebeugt wird und namentlich wenn die Beugung bis 
zum rechten Winkel gediehen ist, wie bei einer sitzenden 
Gestalt, werden leichte Drehbewegungen des Unterschenkels 
möglich. Sie sind zwar wenig ausgiebig und namentlich in 
der Richtung nach innen beschränkt, d. h. wir können das 
Knie leichter so bewegen, dass die Fussspitze nach aussen 
gewandt wird, wie umgekehrt. Der Unterschied zwischen 
der Drehung nach aussen und nach innen wird durch das 
Vorhandensein von zwei Bändern im Inneren des Gelenkes 
bedingt, die Kreuzbänder, die von dem Schienbeinstachel 
zwischen den beiden Gelenkgruben ausgehen und einander 
kreuzend nach oben verlaufen, um sich in dem Zwischen- 
knorrenraum an den einander gegenüberstehenden"Flächen 
der Gelenkknorren anzusetzen. Die Art, wie sich diese 
Bänder kreuzen, ist so, dass sie durch die Drehung des 
Schienbeines nach innen umeinander gedreht und dadurch 
verkürzt werden müssen, wodurch natürlich das Schienbein 
an den Oberschenkel angedrückt und die weitere Bewegung 
gehindert wird.  Die Drehung nach aussen dagegen dreht 
die beiden Bänder auseinander, vermindert ihre Kreuzung 
und richtet sie mehr gleichlaufend, erschlafft sie also, und 
es könnte deshalb diese Bewegung sehr ausgedehnt sein, 
wenn nicht die Seitenbänder bedeutendere Verschiebungen 
zwischen den Gelenkgruben des Schienbeins und den Gelenk- 
knorren des Oberschenkels verhinderten. 
Wir haben noch einige Einzelheiten in dem Bau des 
Kniegelenkes mit Rücksicht auf die äussere Form dieser 
Körpergegend zu besprechen. Die Rückfläche des Knies ist 
von zahlreichen Muskeln und Sehnen bedeckt, welche die 
sogenannte Kniekehle bilden; wir werden deshalb diese 
Rückfläche erst nach der Beschreibung der Ober- und Un- 
terschenkelmuskeln betrachten können.  Dagegen sind an 
beiden Seitenflächen und an der Vorderfläche alle Einzel-
        

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