Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957519
104 
Vorlesung. 
Zehnte 
Häche auf den Gelenkgruben des Schienbeines und ihre 
gegenseitige Berührung wird eine um so genauere, weil (für 
die äussere Form hat diese Thatsache keine weitere Be- 
deutung) der Rand einer jeden Gelenkgrube des Schien- 
beines von einem Knorpelhalbring (cartilago semilunaris) 
überlagert ist, Welcher dieselbe zu einer wirklichen Höhlung 
zur Aufnahme des Gelenkknorrexis vervollständigt. Die Knie- 
scheibe ist gleichzeitig bei der aufrechten Stellung der Schen- 
kelrolle aufgelagert.  
Bei der Lage auf den Knieen, oder allgemeiner, wenn 
man den Unterschenkel beugt (nach hinten bewegt), gleitet 
die Kniescheibe, da sie durch das Kniescheibenband unver- 
rückbar an dem Schienbein befestigt ist, auf der Schenkel- 
rolle von oben nach unten, und berührt den vorderen Teil 
der Gelenkknorren, während diese mit ihren hintersten Ab- 
schnitten die Gelenkgruben des Schienbeines berühren. Nach 
diesen kurzen Bemerkungen über die Knochenteile des Knie- 
gelenkes und ihre Beziehungen zu einander, werden wir 
eingehender die sie vereinigenden Bänder betrachten müssen, 
um uns über die Einzelheiten der GeIenkbevxYegung Rechen- 
schaft geben zu können. 
Die Bänder des Kniegelenkes bestehen im wesent- 
lichen aus einer Kapsel, einem sehnigen Sack, der, wie 
wir das schon bei den früher erwähnten Gelenken gesehen 
haben, sich mit seinen Enden an die Ränder der Gelenk- 
flächen ansetzt. An dem Schenkelknochen ist die Ansatz- 
linie 
bezeichnet 
durch 
die Grenzen 
der 
Rolle 
Knor- 
und des 
pelüberzuges der Gelenkknorren, an dem Schienbein durch 
die Ränder der Gelenkgruben, und endlich setzt sich die 
Kapsel auch ringsum am Rande der Kniescheibe an. Aber 
wenn auch diese Ansatzstellen leicht verständlich sind, müs- 
sen wir doch noch bei dem Bau der Kapsel, d. h. ihrer 
Länge und Weite an der Vorder- und Rückseite, sowie den 
Seitenteilen etwas verweilen und uns darüber klar werden, 
warum sie einige Bewegungen leicht und ausgiebig gestattet, 
während sie andere beschränkt, oder geradezu unmöglich macht.
        

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