Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956465
Vorrede. 
VII 
 es sei mir hier ein freies Wort gestattet  studieren 
unsere jungen Künstler den Atlas, zeichnen die Abbildungen 
desselben wieder und wieder ab, lesen aber niemals 
den Text. Man wird dann verstehen, warum ich hier in 
anderer Weise vorgegangen bin, und ohne Zweifel wird der 
Umstand, dass die Figuren hier in den Text eingedruckt 
sind und zwar so, dass sie nur mittelst der Blätter, welche 
sie begleiten, wohl verständlich sind, denjenigen, der sie 
studiert, dahin führen, den Text ordentlich und aufmerksam 
zu lesen. 
Man muss zugestehen (und wir kommen hier darauf, 
wie dies Buch benutzt werden soll), dass das Lesen der 
anatomischen Einzelheiten zunächst trocken und öde ist, 
Und es wird das immer sein, wenn man nicht einige sehr 
einfache Vorbedingungen erfüllt. In dem mündlichen Vortrag 
kann der Lehrer, indem er anatomische Präparate in die 
Hand nimmt, Zeichnungen aus freier Hand an der Tafel 
entwirft, die Beschreibung der verwickeltsten Teile anziehend 
machen und durch geschickte Wiederholungen in mannig- 
facher Form die Aufmerksamkeit fesseln und das Verständ- 
nis erzwingen.  Das ist nicht so mit einer gedruckten 
Beschreibung. Hier muss der Leser selbst sozusagen den 
Text beleben, und zwar durch Untersuchung und Hand- 
habung von Stücken, die zur Ergänzung der Beschreibung 
geeignet sind. Zu diesem Zweck Würde ein Skelett und 
ein gutgearbeiteter (Muskelmannx aus Gips genügend sein. 
An dem Muskelmann wird es leicht sein, unter Zuhilfenahme 
der dem Text beigegebenen Figuren den Verlauf der Mus- 
keln zu verfolgen, und erst so wird ihr Studium nutzbringend 
sein, da man ihre Form von verschiedenen Seiten betrachten 
kann; wenn man die Knochen in die Hand nimmt und ihre 
Gelenkflächen aneinander fügt, werden die trockenen Be- 
schreibungen der Bewegungseinrichtungen der Gelenke eine 
in die Augen springende Natürlichkeit erhalten und für 
immer dem Gedächtnis eingeprägt bleiben. Ungeachtet der 
schematischen Figuren, welche wir z. B. für die Bewegungen
        

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