Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957441
Vorlesung. 
Neunte 
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Mann (Fig. 29) die senkrechten Linien (x und y), welche der 
Becken- (c, c) und der Hüftbreite (d, d) entsprechen, beide 
oben noch in die Schulterbreite (b, b) und auch in die 
Schulterhöhenbreite (a, a) fallen; dagegen sieht man beim 
Weib, dass dieselben Linien beide ausserhalb der Schulter- 
höhenbreite, aber innerhalb der Schulterbreite liegen. 
Nach diesen Betrachtungen über die Massverhältnisse 
der Hüftgegend haben wir noch eine Bemerkung über die 
Beteiligung des grossen Rollhügels an der Gestaltung der 
äusseren Körperform hinzuzufügen. Wenn man am Skelett 
sieht, wie der grosse Rollhügel sich scharf abzeichnet und 
einen ansehnlichen Vorsprung nach aussen bildet, könnte 
man erwarten, auch an der äusseren Körperform einen der 
Gestalt des grossen Rollhügels entsprechenden Vorsprung zu 
tinden. Davon ist aber nichts zu bemerken. Die Muskeln, 
welche vom Becken entspringen und sich an den grossen 
Rollhügel ansetzen, sind zahlreich, liegen in mehreren dicken 
Lagen übereinander und die Fleischmassen der oberflächlich 
gelegenen sind mächtig genug, um den Vorsprung des Roll- 
hügels noch um etwas zu überragen.  In der Höhe desselben 
gehen ihre Fleischmassen in mehr oder weniger platte Sehnen 
über, so dass schliesslich die Aussenfläche des Rollhügels in 
der äusseren Körperform durch eine Vertiefung ange- 
deutet ist, die nach vorne durch den vorspringenden An- 
spanner der breiten Schenkelbinde, oben und hinten durch 
die Wülste des mittleren und grossen Gesässmuskels begrenzt 
wird. Nach unten hin setzt sich diese Vertiefung unmittel- 
bar in die breite Furche an der Aussenseite des Oberschenkels 
fort, die der breiten Schenkelbinde entspricht. 
Einem derartigen Verhältnis begegnen wir häufig. Viele 
der Knochenvorslarünge des Skelettes erscheinen an dem un- 
versehrten Körper mehr oder Weniger vertieft, und zwar 
immer aus denselben Gründen, wie eben besprochen, weil 
diesen Knochenvorsprüngen Muskeln als Ansatz dienen, deren 
fleischiger Körper in kurzer Entfernung von dem Knochen- 
Vorsprung aufhört und vermöge seiner Dicke eine Vor- 
Duval. Grundriss. 7
        

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