Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957429
Neunte Vorlesung. 
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Rollhügel zum anderen, die Hüftbreite, 31 cm, es besteht 
also zwischen diesen beiden Durchmessern ein Unterschied 
von etwa 1,3. Beim Weib, wo die Schulterbreite im Mittel 3 5, 
die Hüftbreite 32 ist, beträgt der Unterschied nur V12.  
Diese Zahlen zeigen zugleich, dass die Schulterbreite beim 
Mann grösser ist, als beim Weib, (39 zu 35), und dass um- 
gekehrt die Beckenbreite _beim Weib bedeutender ist, als 
beim Mann (32 zu 31). Wenn man also sich vorstellte, dass der 
Schattenriss eines Mannes und eines NVeibes von mittlerer 
Grösse 
auf 
derselben 
Stelle 
eines 
S chirmes 
sich 
abzeich- 
neten, so würde in der Schultergegend der Schatten des 
Mannes den des Weibes weit überragen, und umgekehrt in 
der Hüftgegend der Schatten des Weibes den des Mannes 
bedecken, aber doch nur um ein Geringes überragen.  
Wir haben in den vorstehenden Betrachtungen den Ab- 
stand der beiden grossen Rollhügel als Hüftbreite bezeichnet. 
Man kann die Verhältnisse übrigens auch in einer XVeise 
betrachten, Welche die von den genannten Autoren ange- 
nommene Formel in gewissem Masse gerechtfertigt erscheinen 
lässt, wenn man nämlich bei beiden Geschlechtern den 
Durchmesser des Beckens nach Entfernung der Oberschenkel, 
und den Durchmesser des Schultergürtels nach Entfernung 
der Oberarme vergleicht; es wird dann die Schulterbreite 
durch den Abstand der beiden Schulterhöhen, die Hüftbreite 
durch den Abstand der beiden "Darmbeinkämme bestimmt. 
Die auf diese Weise gewonnenen Masse ergeben beim Mann 
als Schulterbreite 32 cm und als Hüftbreite 28; also auch 
hier bietet der Rumpf ohne Gliedmassen eine Eiform mit 
nach oben gewandtem stumpfem P01. Bei dem Weib da- 
gegen, wo der Abstand der Schulterhöhen 29, der der Darm- 
beinkämme 30 cm beträgt, bildet der Rumpf ohne Glieder 
eine Ellipse, oder eine Eiform mit nach untenigewandtem 
stumpfem Pol, deren oberes Ende aber nur sehr wenig von 
dem unteren in der Breite verschieden ist. Aber diese Art 
zu messen nimmt zu wenig auf die Wirklichkeit Rücksicht; 
der Künstler {hat doch den Rumpf nur wenn er vollständig
        

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