Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957414
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Neunte Vorlesung. 
Anzahl von Skeletten oder unversehrtem Körpern auf den 
ersten Blick am meisten auffällt, ist die starke Vorwölbung 
der Hüften beim Weibe. Man hat dieses Verhalten in ver- 
schiedenen Formeln auszudrücken versucht, indem man den 
Rumpf als ein mehr oder weniger regelmässiges länglichrundes 
Gebilde auffasste, dessen eines Ende die Schultern, dessen 
anderes die Hüften bilden.  Die Alten drückten die Formel 
folgendermassen aus. Beim Mann, wie bei der Frau ist der 
Rumpf eiförmig, mit einem spitzen und einem stumpfen Pol, 
aber beim Mann ist der stumpfe Pol oben, während er beim 
Weib unten liegt. Damit würde gesagt sein, dass beim 
Weib die Hüftbreite die Schulterbreite übertrifft, Während 
beim Mann umgekehrt die Schulterbreite bedeutender ist. 
Diese Formel enthält bezüglich des Weibes eine Ueber- 
treibung, wie wir bei dem Vergleich der wirklichen Zahlen 
sehen werden; sie erschien auch Salvage und Malgaigne 
übertrieben, welche in ihren anatomischen Abhandlungen 
vorschlagen, dieselbe durch folgende Formel zu ersetzen.  
Während beim Mann ber Rumpf die Gestalt eines Eies mit 
nach oben gerichtem, stumpfen P01 zeigt, entspricht er beim 
Weib einer Ellipse, einem Ei mit gleich gerundeten Polen, 
mit anderen Worten: beim Mann ist die Schulterbreite grösser 
als die Hüftbreite, beim Weibe ist sie der Hüftbreite gleich. 
Aber auch diese letzte Formel übertreibt die wirklichen 
Massverhältnisse der Hüften beim Weib.  Die genaue, der 
Wirklichkeit entsprechende Formel ist folgende: Beim Mann 
wie beim Weib hat der Rumpf die Gestalt eines Eies mit 
nach oben gerichtetem, stumpfem Pol. Aber Während beim 
Mann der Breitenunterschied zwischen dem oberen und un- 
teren Ende ein sehrbedeutender ist, erscheint er beim Weib 
viel geringer.  Wir werden durch die Zahlen erfahren, 
dass beim Weib die Hüftbreite, obwohl sie immer geringer 
bleibt, als die Schulterbreite, doch nur wenig von dieser ab- 
weicht; beim Mann beträgt der Abstand der Aussenfläche 
eines Oberarmkopfes von der des anderen, die Schulter- 
breite im,Mittel 39 cm, und der Abstand von einem grossen
        

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