Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Grundriss der Anatomie für Künstler
Person:
Duval, Mathias Neelsen, Friedrich Carl Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1956005
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1957409
Vorlesung 
Neunte 
93 
man von der Innenseite des Beckens aus den Grund der 
Hüftpfanne anbohrt, ein leises, pfeifendes Geräusch als Zeichen 
dass Luft in die Gelenkhöhle eindringt und sich zwischen 
den Gelenkilächen ausbreitet, und sofort stürzt das Bein 
herab, da der Schenkelkopf jetzt keinen Halt mehr hat.  
Aber das ist nicht Alles. Man kann an demselben Körper, 
an demselben Gelenk den Versuch Wiederholen und noch 
überzeugender gestalten, wenn man nämlich das losgelöste 
Glied nimmt, und den Schenkelkopf wieder in die Gelenk- 
pfanne einsetzt, nachdem vorher die Oeffnung im Grund der 
Pfanne mit-etwas Wachs verschlossen worden ist, und durch 
einige drehende Bewegungen die Gelenkflächen in innige 
Berührung bringt, so dass die Luft zwischen ihm ausgetrieben 
wird, beobachtet man, dass der Schenkelkopf wieder in der 
Pfanne haftet, das Bein wieder am Becken hängt; wenn man 
aber dann von der Innenseite des Beckens aus den Wachspfropfen 
wieder entfernt und der Luft den Zutritt gestattet, sieht man 
sofort das Bein herabsinken, den Schenkelkopf sich Wieder 
aus der Pfanne lösen. Der Versuch kann in dieser Weise 
beliebig oft wiederholt werden. 
Es erschien uns notwendig, hier ein für allemal auf die 
wichtige Rolle des Luftdruckes bei dem Mechanismus der 
Gelenke hinzuweisen; gleichartige, aber in ihrer Ausführung 
schwierigere Versuche an anderen Gelenken zeigen, dass 
dieser Druck überall in gleichem Sinne wirkt, indem er die 
Gelenkflächen in gegenseitiger Berührung erhält.  
 Um nun auf das Studium der Hüftgegend, und zwar 
besonders der Gegend. des grossen Rollhügels, zurückzukom- 
men, erübrigt uns, zu untersuchen, wie gross die queren 
Durchmesser dieser Gegend sind, und welche bestimmte Ge- 
staltung der äusseren Körperform durch das Vorhandensein 
'des grossen Rollhügels bedingt wird.  
Der Querdurchmesser von einem grossen Rollhügel zum 
andern ist mit dem von einem Oberarmkopf zum andern zu 
vergleichen, d. h. wir haben Hüft- und Schulterbreite ver- 
gleichend zu betrachten. Was in dieser Beziehung bei einer
        

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