Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1955243
der Doinbauwerkstätte von Siena sieht man wenig davon. 
Die Venus vom Esquilin, die ebenso jugendlich ist, aber 
ein kleineres und etwas volleres Modell verräth, zeigt sie 
in prägnanter Weise. Hier wird sie auch noch durch die 
Stellung hervorgehoben, aber diese ist es nicht allein, denn 
die Depression ist stärker als an der gleichfalls nach vorne 
geneigten und offenbar weiter entwickelten capitolinischen 
Venus. Die jungfräuliche Configuration des Bauches wird 
verwischt durch Schwangerschaft und Geburten. Infolge 
derselben werden die Bauchdecken bisweilen so dünn und 
schlaff, dass sich die Formen der unter ihnen liegenden 
Darnischlingen in der OberHäche ausdrücken und deren 
Bewegungen sichtbar sind. 
Auch wo dies nicht der Fall ist, verschwindet ent- 
weder die locale Fettanhäufung der Nabelgegend, oder sie 
geht in eine allgemeine Fettclecke über, welche den Bauch 
in ganzer Ausdehnung und mehr gleichmässig überzieht, 
wenn sie auch in einiger Entfernung vom Nabel am dicksten 
bleibt. 
Nach der Ausdehnung, Welche die Haut und das 
darunter liegende Bindegewebe während der Schwanger- 
schaft erlitten haben, erlangen sie selten ihre frühere Straff- 
heit wieder, und es ist deshalb begreiflich, dass auch das 
Fett, welches sich hier ablagert, nicht so fest wie früher 
an Ort und Stelle gehalten wird. Wenn es in grosser 
Menge vorhanden ist, zieht es durch seine Schwere die 
Haut des Bauches nach sich und kann so den Bauch 
hängend machen.  
Doch sind so weitgehende Veränderungen keineswegs 
die Regel; auch braucht ein Bauch dadurch, dass eine 
Geburt stattgefunden hat, nicht bleibend entstellt zu sein. 
Die sogenannten Schwangerschaftsnarben, narbenähnliche 
Einsenkungen von länglicher, meist rhombischer Gestalt 
in der unteren Bauch- und Leistengegend, sind zwar in 
der Regel, aber nicht immer vorhanden. Seltener findet man 
die sogenannte Lzämz fusm, eine bräunliche Linie, die vom
        

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