Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1955154
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tistcrium des Domes zu Florenz mit den oben erwähnten 
Victorien von Rau ch. Selbst die so zart gebaute Madonna 
des Mino da Fiesole im Dome von Fiesole hat noch 
kräftige Schultern. ja man kann sagen, dass die Kunst 
der Renaissance mehr lrVert auf gut entwickelte Schultern 
legte als das Alterthum, wenigstens tritt in ihr der Delta- 
muskel mehr hervor, weil die Renaissance, namentlich 
die Friihrenaissance, den Oberarm weniger fettreich und 
drehrund bildete als das Alterthum. 
Nicht genau auf der Schulterhöhe, sondern etwas nach 
hinten von derselben befindet sich manchmal eine kleine 
Grube, welche, beim Heben des Armes nach rückwärts 
und aufwärts, in eine halbmondförmige Einsenkung über- 
geht. Letztere entsteht durch besagte Bewegung auch bei 
anderen Individuen. Sie ist die Folge der Zusammenziehung 
des Delloidcus, der sich hervorwölbte, während die Knochen, 
an die er sich ansetzt, in der Tiefe bleiben. Aber bei 
einzelnen bleibt ein kleines Grübchen auch noch sichtbar, 
wenn der Arm schlaff am Körper herunter-hängt. Da dies 
ziemlich selten ist, so gehört das Grübchen nicht mit zum 
Erinnerungsbilde einer wohlgeformten Schulter im all- 
gemeinen. Der Künstler kann deshalb auch nicht gerade 
aufgefordert werden es darzustellen. Andererseits ist es 
aber auch nicht entstellend, es ist kein Schönheitsfehler 
und kommt nur bei Individuen mit gut entwickelter Mus- 
culatur und gut an die Unterlagen befestigter Haut vor.
        

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