Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954992
III. 
Brust 
und 
Schultern. 
Bei der Brust im allgemeinen kommt zunächst die 
Form des Brustkorbes (Thorax) in Betracht. Derselbe soll 
weder vorne flach oder gar eingedrückt sein, noch soll das 
Brustbein hervorragen, während die Rippen gegen dasselbe 
schräg nach. vorne auslaufen (Vogelbrilst, pectus carinzzlzuu). 
je mehr Wölbung die Rippen haben, um so besser ist es. 
Dabei soll der Brustkorb sich nach oben nicht zu früh und 
nicht zu bedeutend verengern. Namentlich für die Linien 
männlich kraftvoller Gestalten braucht man eine breite 
Brust und breite Schultern, die aber doch nicht iiügelartig 
abstehen, indem der Brustkorb auch in seinem oberen 
Theile noch Umfang genug hat und breit genug ist, um 
die Brust direct mit ihnen zu verbinden. 
Ein Muster eines schön entwickelten männlichen Brust- 
korbes hat C anova in seinem Perseus gegeben. Man hat 
diesen Meister in neuerer Zeit wegen seiner Geziertheit und 
wegen seiner gelegentlichen Unbeholfenheit in der Com- 
position zu tief herabgesetzt. Ein Ruhm wird ihm immer 
bleiben: er kannte die Schönheiten des menschlichen Kör- 
pers, namentlich die des weiblichen, und er wusste sie zum 
Ausdrucke zu bringen. Diese Ueberzeugung wird jeder 
gewinnen, der nach Possagno geht und die dortige Samm- 
lung der Modelle zu Canovafs Werken durchmustert. Ich
        

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