Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954801
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des grossen zweiköpfigen Armbeugers (JW. biceps lzrzzclziz) 
erhalten wird. Ihr gegenüber auf der Speichenseite des 
Armes zeigt sich eine Ausbuchtung. Da der Arm bei der 
Pronation in der Regel auch im Schultergelenk gedreht 
wird, so wendet der Winkel zwischen Oberarmbein und 
Ellenbogenbein, der beim gestreckten supinierten Arm nach 
aussen offen war, seine offene Seite nach vorne, wodurch 
das untere Ende des Ellenbogenbeines gegen das obere 
vorspringt. Ueber die so schief gestellte Ulmz ist nun der 
Radius (die Speiche) hingewälzt, und zwar in voller Pro- 
nation so, dass sein vorderes Ende weiter nach rückwärts, 
bei gehobenem Arm tiefer, als das der Ulmz steht. Dies 
alles zusammen gibt unruhige, unharinonische Linien, welche 
künstlerisch schlecht wirken sowohl bei Männern als bei 
Weibern. 
Die Form des männlichen Oberarmes hängt in so 
hohem Grade von der Entwickelung der Muskeln und der 
dargestellten Action ab, dass hier nichts Näheres über 
denselben gesagt werden kann. Der weibliche Oberarm gilt 
den meistenfür um so schöner, je mehr er bei mässig 
gebeugtem Unterarm drehrund ist, und auch die Ober- 
arme der Antiken nähern sich der drehrunden Form an. 
In 
d er 
Renaissance 
indessen 
Enden 
wir 
oft 
den 
der 
Natur so häuügen seitlich abgeflachten Oberarm dar- 
gestellt und den Gegensatz in der stärkeren Entwickelung 
des Oberarmes in die Tiefe, das hcisst von vorne nach 
rückwärts, und der des Unternrmes in die Breite zum 
deutlicheren Ausdruck gebracht. Die Meister der Renais- 
sance waren eben viel stärkere Naturalisten als man nach 
hergebrachten Lehren anzunehmen gewohnt ist. 
Der drehrunde Oberarm ist wesentlich bedingt durch 
ein kurzes, bei der Beugung des Armes Wenig vorspringendes 
Olekranon, durch eine kurze, sich an der Speiche möglichst 
hoch oben ansetzende Sehne des zweiköpfigen Armbeugers 
(ZU. llzhps Öraclzliz) und durch eine im Verhältnisse zu der 
Entwickelung der Musculatui" reichliche Fettschichte, welche
        

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