Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954738
überkreuzt. Wenn man den Arm im Ellenbogen beugt und 
letzteren fest an den Körper anlegt, so wird man bemerken, 
dass man einmal den Handrücken ganz nach abwärts, das 
andere Mal noch ganz nach aufwärts wenden kann. Der 
Spielraum zwischen Supination und Pronation beträgt also 
nahezu 180 Grad. Die Hand des ausgestreckten Armes kann 
man zwar um etwa 270 Grad wenden, aber die weiteren 
90 Grad kommen nicht mehr auf Rechnung der Pro- und 
Supination, sondern auf Rechnung einer Drehung des Ober- 
armes im Schultergelenk. 
Dies vorausgeschickt, betrachten wir den gestreckten 
Arm zuerst in der Supinationslage. Denken wir uns hier 
eine gerade Linie in der Axe des Oberarmes gezogen und 
über denselben hinaus verlängert, so folgt diese nicht der 
Mittellinie des Unterarmes, sondern macht mit letzterer einen 
Winkel, indem sie von ihr gegen die Kleinfingerseite hin 
abweicht. In diesem Sinne ist jeder Unterarm an den Ober- 
arm schief angesetzt, er macht einen Winkel mit demselben. 
Anders gestaltet sich die Sache, wenn wir den Arm 
in der Pronation betrachten. Um aus der Supination in die 
Pronation überzugehen, rollen wir das untere verbreiterte 
Ende der Speiche, des Radius, um das untere Ende des 
Ellenbogenbeines, der Ulna, und die Hand wälzt sich dabei 
um ihre Kleinfingerseite so, dass der Daumen, der vorher 
nach aussen lag, nach innen zu liegen kommt, der Mittel- 
linie des Körpers zugewendet wird. Hiedurch werden Vor- 
derarm und Hand viel mehr in die Richtungslinie des Ober- 
armes gebracht, als sie es in der Supination waren, denn 
das Ellenbogenbein macht zwar noch immer denselben 
Winkel mit jener Richtungslinie, aber die ganze Masse, die 
früher nach aussen vom Ellenbogenbeine lag, ist jetzt, soweit 
sie Bestandtheil der Hand und des unteren Theiles des 
Vorderarmes ist, nach innen herübergelagert. Der Winkel 
nun, unter welchem das Ellenbogenbein an das Oberarmbein 
angesetzt ist, ist bei verschiedenen Individuen verschieden 
gross und sehr häufig zu klein; kleiner als es sich mit der
        

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