Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954576
für den tastenden Finger deutlich gegen die 
heftenden Muskeln und Bänder des Nackens ab- 
beiderseits 
sich an ihn 
setzt. Was über dieser Linie liegt, formiert den Hirnschädel, 
was unter derselben liegt, den Gesichtsschädel, und bei 
diesem ist es wesentlich die stärkere Entwickelung der 
Kiefer, welche in Betracht kommt. Beim Oberkiefer ist es 
die grössere Höhe, welche die gemessene Kopflänge ver- 
grössert, beim Unterkiefer das Ragen nach abwärts, sei 
es, dass dasselbe durch seine Grösse, oder durch seine 
schräge Stellung bewirkt wird. 
Man ziehe obige Linie an modernen, streng nach 
dem Leben gezeichneten Profilbildern und an Profilbildern 
von Antiken und man wird häufig den Unterschied wahr- 
nehmen, besonders wenn man noch eine senkrechte hinzu- 
fügt, welche vom Ohrloche aus gegen den Hals hinabsteigt. 
C. Rochet verlangt von einem schönen Profilkopfe, 
dass die Entfernung des Ohrloches oder des dasselbe 
verdeckenden Tragus vom Kinn nicht grösser sei als 
vom Scheitel, was sicher bei den Antiken öfter zutrifft, 
als im Leben. 
Nach 
ihm 
haben 
die 
Römer 
den 
kleinsten 
Unter 
kiefer. 
Seine Studien 
darüber 
sind 
einem 
der 
Pariser 
29. November 
anthropologischen Gesellschaft am 29. Nov 
haltenen Vortrage niedergelegt. 
Immerhin scheinen bei den Griechen 
1866 
auch 
die 
Hirn- 
Schädel in der Regel nicht gross und die hochgewölbten 
Scheitel, wie wir sie jetzt oft zu sehen Gelegenheit haben, 
nach den erhaltenen Porträtköpfen zu urtheilen, nicht häufig 
gewesen zu sein. Dass die freiwiihlende Kunst sie nicht 
darstellt, ist begreiflich. Erwähnt werden muss hier, dass 
die Venus vom Esquilin, ein antikes Kunstwerk von 
hoher Schönheit, einen verhältnismiissig grossen Kopf hat, 
so dass er auch auf den Schultern eines lebenden Mädchens 
keineswegs als 
Der Hals 
zu klein erscheinen würde. 
nähert sich bei den antiken 
Frauenbildern 
mehr 
der 
drehrunden 
FOfma 
als 
dies 
bei 
den 
meisten
        

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