Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1955934
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sollte, dass alle die geeignete Action der Muskeln erlernen 
könnten, so ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Ver- 
schiedenheit des Erfolges von der Festigkeit abhängt, mit 
der Brustdrüse und 111]. prctonzlis Major mit einander ver- 
bunden sind. 
Ich bin in dem ganzen Buche von der Idee ausge- 
gangen, dass die schönsten unter den Menschengestalteiw 
zur Darstellung gebracht werden sollen, diejenigen, welche 
in allen Stellungen und in allen Ansichten die besten 
Linien geben. 
Diese Idee beherrschte auch die Bildnerei des klas- 
sischen Alterthums und gieng namentlich in der Periode, 
welche man als die Praxitelefsche zu bezeichnen pflegt, in 
das allgemeine Bewusstsein über. Aber ich muss hier am 
Schlusse noch einmal anerkennen, dass auch die ideale 
Kunst noch andere Anforderungen machen, noch andere 
Aufgaben stellen kann.  
Es ist bekannt und im Texte mehrfach erwähnt, dass 
man eine an sich nicht fehlerfreie Gestalt so stellen oder 
lagern kann, dass der Fehler entweder überhaupt, oder 
doch für eine bestimmte Ansicht verschwindet. Abgesehen 
hievon kann aber für gewisse Zwecke und in einer be- 
stimmten Stellung ein minder schönes Modell besser wirken 
als ein anderes, dem wir nach seiner allgemeinen Ver- 
wendbarkeit den Preis zuerkennen müssten. Sobald eine 
Figur nicht isolirt dargestellt wird, wird sie Theil einer 
Composition, und dann hängen ihre Linien von den übrigen 
Linien der Composition ab, sie müssen in dieselbe hinein- 
passen. Dies gilt für alle figuralen Darstellungen, es gilt 
im grossen und im kleinen, bei der Füllung eines Giebel- 
feldes so gut, wie bei einem getriebenen Schmuckstücke. 
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