Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1955841
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auch bei normalem Rist und normaler Ferse fehlen, wenn 
am mittleren Theile der Sohle zu reichliche Fettablagerung 
vorhanden ist. 
In Rücksicht auf Länge der Zehen sind die Meinungen 
verschieden. Einige wollen, dass die erste Zehe am meisten 
nach vorne hervorrage, andere wollen, dass sie etwas 
hinter der zweiten zurückbleibe, noch andere wollen beide 
gleich lang gemacht wissen. Es ist bekannt, dass an den 
Antiken die zweite Zehe länger zu sein pflegt, an den 
jetzt lebenden Menschen die erste. Einige sind der Ansicht, 
dass letzteres Folge des Schuh- und Stiefel-Tragens sei, 
andere sind der Meinung, die grössere Länge der zweiten 
Zehe bei den Antiken beruhe auf einer künstlerischen 
Fiction. Beides ist unrichtig. 
Ich goss den auf einen Gypsgrund aufgetretenen Fuss 
eines alten Mannes ab, an dem sich schon aus dem 
Augenscheine ergab, dass die zweite Zehe länger sei als 
die erste, und nahm von dem so erlangten tiefen Sohlen- 
abdruck, der die Zehen noch bis zur vordersten Spitze 
enthielt, einen Ausguss. An" diesem zeigte sich der Abstand 
vom hintersten Punkte der Ferse zum vorderen Ende der 
zweiten Zehe:244 Millimeter, der Abstand von dem- 
selben Punkte zum vorderen Ende der ersten Zehe wenig 
mehr als 242 Millimeter. Die Entfernungen Wurden sehr 
genau mit dem Schubtaster gemessen. Wenn man sich 
eine Linie durch die Ferse und durch die Mitte der zweiten 
Zehe gezogen dachte, und auf dieser vom Ende der zweiten 
Zehe aus eine senkrechte Ebene errichtete, so blieb diese 
über 2 Millimeter von der Spitze der grossen Zehe ent- 
fernt. Die Verhältnisse der Zehen dieses Fusses unter- 
schieden sich nicht wesentlich von denen antiker. Statuen, 
und doch hatte der Mann seit seiner frühesten Jugend 
das gewöhnliche Schuhwerk getragen. 
Man hat es hier sicher nicht allein mit äusseren Ein- 
Wirkungen zu thun, sondern auch mit 
Rassen-Eigenthümlichkeiten. Ich entsinne 
persönlichen und 
mich einer Pl10t0-
        

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