Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1955678
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Originales die relative Hüftbreite als etwas grösser 
Was aber wesentlich für uns ist, die Abbildung 
einen ganz guten Eindruck, keineswegs den einer 
die zu schmal in den Hüften ist. 
ergibt. 
macht 
Figur, 
Ich Will noch hinzufügen, dass bei wohlgebauten 
Weibern die grösste Hüftbreite niemals oberhalb der Roll- 
hügel, sondern entweder in der Höhe der Rollhügel oder 
besser Linterhalb derselben zu suchen ist. Ich sage nbesser 
unterhalb der Rollhügelu, denn da, wo schon beim Stehen 
auf zwei Füssen der Schenkelcontour sich nach abwärts 
vom Rollhügel nicht mehr ausbaucht, im Gegentheile der 
Querdurchmesser sofort kleiner wird, da. tritt, wenn man 
die Figur auf Standbein und Spielbein stellt, leicht eine 
hässliche Abflachung an der Aussenseite des Oberschenkels 
des Standbeines und ein eckiges Hervortreten des Roll- 
hügels desselben Beines ein. Es ist dies ein Fehler, den 
ich später noch näher besprechen werde.  
Zu ihrem Nachtheile zeigen sich Gestalten mit breiten 
Hüften, wenn sie liegend so dargestellt werden, dass sie 
auf dem einen Rollhügel aufruhen. Der andere ist dann 
sehr hoch gestellt, der Contour steigt gegen die Weich- 
seite hin jäh nach abwärts und macht eine schlechte Linie, 
besonders .wenn der Oberkörper auf den Ellenbogen ge- 
stützt und die Wirbelsäule dadurch im Lendentheile seitlich 
gebogen ist. Leider weist die moderne Kunst dergleichen 
widerwärtige Figuren zahlreich auf. 
Einige Künstler haben geglaubt ihre Evagestalten 
mit ungewöhnlich breiten Hüften versehen zu müssen. Sie 
wollten dadurch die Eignung der Mutter des Menschen- 
geschlechtes zum Gebären andeuten. In den Augen des 
Arztes aber kann eine mittlere Hüftbreite für jede Art 
von Fruchtbarkeit genügen. Die Beckendimension, welche 
durch ihre Kleinheit am häufigsten Geburtshindernisse 
bereitet, ist keineswegs derjenige quere Beckendurchmesser, 
welcher durch den Abstand der beiden Hüftgelenkpfannen 
von einander bedingt wird, sondern ein Durchmesser, den
        

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