Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1955637
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bewegung abhängiges Mass nach vorne verschoben werden, 
Weil sonst ein Vorneüberfallen eintreten würde. Die grössere 
Beckenneigung kann also nicht ohneweiters durch Vorn- 
überneigen des ganzen Rumpfes erzielt werden, es muss 
auch eine stärkere Biegung in den Lendenwirbeln eintreten 
und diese ist dadurch erschwert, dass besagte Biegung bei 
starker Beckenneigung an und für sich, das heisst beim 
ruhigen Stehen, schon bedeutend zu sein pflegt. Durch diese 
Umstände wird es veranlasst, dass zu starke Beckenneigung 
oft einen wenig fördernden, bei lebhaftem Temperamente 
meist hastigen, unschönen Schritt mit sich bringt. Ich sage 
oft, denn man kann den Schritt nicht beurtheilen, ohne die 
Biegsamkeit im Lendentheile der Wirbelsäule in Betracht 
zu ziehen und ausserdem die Beinlänge, die nach den 
Pendelgesetzen die Dauer des Schrittes bestimmt, in wel- 
chem mit der geringsten Anstrengung gegangen wird.  
Die Weiber im Römischen, namentlich die aus ge- 
wissen Gegenden des Sabinergebirges, verdanken das 
königliche Einherschreiten, das sie in so hohem Grade 
auszeichnet, nicht allein der Gewohnheit, von Jugend auf 
leichtere Lasten, welche sie gerade mit sich führen, auf dem 
Kopfe und häufig ohne alle Beihilfe der Arme zu tragen, 
sondern wesentlich dem günstigen Baue und den günstigen 
Verhältnissen ihres Körpers. Dies zeigt sich darin, dass sie 
in ihrem Gange bevorzugt sind gegen NVeiber anderer 
Stämme, Welche dieselbe Gewohnheit haben. Dass diese 
Gewohnheit einen vortheilhaften Einfluss ausübe, will ich 
nicht bestreiten, denn ich habe da, wo sie herrscht, Gang 
Man muss stets vor Augen haben, dass es zwei Stellungen gibt, in welchen 
der Rumpf auf den Schenkeln mit einem Minimum von Uuskelactioza im 
Gleichgewicht erhalten werden kann: Die eine ist die, in der das Lzga- 
meniuzzz ilioßrzzorale angespannt ist, die andere ist die, in der der Schwer- 
punkt des Rumpfes direct unterstützt ist, so dass seine Neigung zum Um- 
sinken nach allen Seiten gleich und nach allen Seiten ein Minimum ist. Bei 
angespanntem Lzgarlzentzzrlß ilia-felzzorale ist dies nicht der Fall. Da ist die 
Neigung zum Umsinken nach rückwärts grösser, das lfmsinken wird aber 
verhindert durch das gespannte Band.
        

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