Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1955542
112 
 Eine Andeutung davon habe ich indessen einmal 
sehr ausgesprochen an einer Photographie nach dem Leben 
gesehen, von der der vorstehende Holzschnitt (Fig. 20) 
entnommen ist. Man konnte an der Vertheilung von Licht 
und Schatten deutlich den Punkt erkennen, der dem Knick 
an den antiken Männerstatuen entspricht, und von ihm aus 
auch die typische Linie mehr oder weniger deutlich nach 
abwärts und nach auswärts verfolgen, aber wegen der 
grösseren Breite des Beckens relativ zur Höhe desselben 
ist der Winkel stumpfer und die absteigenden Schenkel 
der typischen Linie sind Weniger steil. Wenn man dies 
Fig. 
berücksichtigt, so findet man auch an weiblichen antiken 
Figuren solche Andeutungen mehr oder weniger deutlich, 
so an drei berühmten Venusstatuen, der von Milo, dcr 
capitolinischen und der medicäischen. 
Der Holzschnitt Fig. 21 zeigt gleichfalls diese Linie 
und zugleich fast männliche Formen. Er ist auch nach 
einer Photographie des lebenden Modells gemacht. 
Beim Weibe lassen sich in den Beckenlinien wesent- 
lich zwei extreme und anscheinend schwer zu vereinigende 
Typen unterscheiden. Der eine ist derart, dass die Inguinal- 
linie, das heisst die Trennungslinie zwischen dem Ober- 
schenkel einerseits, und dem Schamberge und dem untersten 
Theile des Bauches andererseits, ähnlich wie bei den
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.