Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1955502
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gefunden wurde, 318 Millimeter. Die Einbiegung wurde 
also von der über ihr liegenden Ausbiegung jederseits im 
Minimum nur um 2 Millimeter überragt, was indessen 
nicht hinderte, die Linie, da sie hinreichend scharf ge- 
zeichnet war, vollkommen sicher zu verfolgen. 
Die oft scharfe und geradlinig horizontale Furche 
oder Stufe, welche man an vielen antiken Männer-Statuen 
zwischen Bauch und Schamberg von einem absteigenden 
Aste der Beckenlinie zum andern geführt findet, ist ent- 
standen aus der plastischen Darstellung der oberen Grenze 
des Haarwuchses. Sie ist noch an vielen Statuen als solche 
zu erkennen, so am Harmodius von Neapel, am Apollo aus 
der Sammlung Choiseul-Gouffier im British Museum, 
am Doryphoros des Polyklet in Neapel, am Diadumenos 
F arnese in Londonß") und anderen. 
Aus diesem Ursprünge erklärt es sich auch, Weshalb 
sie an manchen Figuren so gegen den Oberschenkel fort- 
gesetzt ist, dass sie die natürliche Verbindung des abstei- 
genden Astes der Beckenlinie mit der Furche zwischen 
Hodensack und Oberschenkel unterbricht. 
Die Antiken scheinen sich hiedurch noch mehr von 
der Wirklichkeit zu entfernen, aber es liegt hier der Conflict 
vor, dass der Künstler etwas darzustellen hatte, was sich 
für die Plastik nicht eignete, und von dem er andererseits 
doch nicht völlig absehen konnte. 
Es gibt indessen auch noch eine andere Art der 
Unterbrechung zwischen dem absteigenden Aste L1I1SCl't2l' 
Beckenlinie und der Furche zwischen Schenkel und Hoden- 
sack, die in der Natur ganz wohl begründet ist. Bei Statuen, 
an denen sich Standbein und Spielbein unterscheiden lässt, 
tritt sie häufig über dem Standbein auf, während sie über 
dem Spielbein fehlt oder doch minder deutlich ist. Hier 
ist das Becken schief gestellt und sein unterer Theil drängt 
sich gegen den Oberschenkel des Standbeines stärker heran 
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