Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1955442
IOZ 
An einer weiblichen ägyptischen Mumie in Parxna 
habe ich gleichfalls eine etwas stärkere Biegung nach innen 
gesehen, als sie jetzt gewöhnlich ist, an einer daneben 
liegenden männlichen aber nicht. Dass in der anatomischen 
Figur von Cigoli im Bargello in Florenz die Spind ossis 
2'122" anlerior superior mehr nach innen gewendet ist als 
gewöhnlich und dadurch eine Annäherung an den antiken 
Schnitt erzielt wurde, ist für uns ohne Bedeutung. Wir 
müssen also die Möglichkeit erörtern, dass der Knick 
nicht den vorderen oberen Darmbeinstachel bezeichne, 
dass er nach innen von demselben irgendwo in den lrVeich- 
theilen, in den Bauchdecken liege. 
Suchen wir unter dieser Voraussetzung näherungs- 
weise seinen Ort daselbst zu bestimmen. 
In den Bauchdecken liegen vier grosse Muskeln, der 
gerade oder, wie man eigentlich sagen sollte, der senk- 
recht verlaufende Bauchmuskel (jllfusculzzs rectus nbdonzinis), 
Fig. 18, I, und Fig. I9, 7, der äussere schräge (Mzsculzzs 
obligzms ahzbuzinis externus), Fig. 18, 2, der innere schräge 
(Mzsculus obliquu: abdoznirzis intewzzzs), Fig. I8, 3, und der 
quere (Musculus lnznsversus aßdozninis), Fig. I9, 4. 
Der gerade Bauchmuskel nun ist in einer Tasche aus 
fibrösem Gewebe eingeschlossen, die aus den Fasern des 
sehnigen Theiles der schrägen und des queren Bauch- 
muskels gewebt ist. 
An der hinteren Wand betheiligen sich Sehnenfasern 
des inneren schrägen Bauchmuskels und ausserdem die 
Sehnenfasern des queren Bauchmuskels, aber nur bis zu 
einer gewissen Tiefe. .Etwa in gleicher Höhe mit dem 
vorderen Theile des Hüftbeinkammes liegt eine Stelle, 
Fig. I9, 6 i), von der ab alle diese Fasern die hintere NVand 
 Die Stelle 6 ist in der Fig. I9 dadurch kenntlich gemacht, dass 
der linke gerade Banchmuskel bis zu ihr hin abgetragen ist und der 
Querschnitt des Restes zur Anschauung kommt. Man braucht diesen Quer- 
schnitt nur nach aussen zu verfolgen, um zu der Stelle zu gelangen, an 
welcher der ohen beschriebene Wechsel im Verlaufe der Sehnenfasern ein-
        

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