Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1955427
entspringen, und gesammelt vor dem Schenkelbein-Kopfe 
und -Ha.lse nach abwärts verlaufen, um sich an die vordere 
Zwischenrollhügel-Linie (Lineal inlertraclzrznlevica zznterior) 
anzuheften. 
Man 
bezeichnet 
die 
Gesammtheit 
dieser 
Bündel 
als 
Darmbeinschenkelband, lateinisch Lzgazzzmztzzrlz ilio-jfenzoralr. 
Dieses Band ist es, Welches, wenn beim Stehen jede für 
das letztere nicht unumgänglich nothwendige Muskel- 
anstrengung vermieden wird, das Zuriickfallen des Rumpfes 
verhindert, und man sagt deshalb mit einem gewissen 
Rechte, der Rumpf werde beim möglichst bequemen Stehen 
nicht durch Muskelaction im Hüftgelenke aufrecht erhalten, 
sondern er sei am Lzgavnezztzzzzz  aufgehängt. 
Mit dem Vorhandensein dieses Bandes hängt es auch 
zusammen, dass niemand, selbst nicht die biegsamste 
Tänzerin, das Bein horizontal nach hinten ausstrecken 
kann, ohne den Rumpf stark nach vorne iiberzuneigen. 
Von der Länge dieses Bandes, von dem Spielraume, 
den dasselbe gewährt, hängt es auch ab, welche Lage 
beim ruhigen, bequemen Stehen das Becken gegen die 
Oberschenkel und gegen den Horizont einnimmt f). Ist der 
Spielraum bedeutend, so ist die obere Oeffnung des Beckens 
mehr nach oben gewendet, mehr nach vorne dagegen, 
wenn das Band kurz, mithin der Spielraum gering ist. Im 
ersteren Falle spricht man von geringer Beckenneigung, 
im letzteren von starker Beckenneigung. Zu starke Becken- 
neigung ist bei uns, namentlich beim weiblichen Geschlechte, 
ein häufigerer Fehler, als zu geringe. Bei zu starker Becken- 
neigung kommt beim zwanglosen Stehen nicht die schöne, 
einer einfachen Welle folgende Linie zustande, wie sie 
z. B. die weibliche Figur auf dem bekannten Bilde von 
 Es ist in neuerer Zeit mit Unrecht behauptet worden, eine solche 
Stellung, bei der das Lzlg. iliofenwrale angespannt sei, komme nicht vor, 
sie sei nur theoretisch abstrahiert. Man kann jedes Modell in eine solche 
Stellung bringen, wenn sie auch nicht jedem natürlich ist, und wird sich 
dann überzeugen, dass eine Reihe von antiken Statuen so gestellt ist.
        

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