Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954431
Einleitung. 
Die folgenden Blätter schreibe ich für Künstler und 
für Kunstfreunde; für erstere, um sie auf manches auf- 
merksam zu machen, was sie, wie die Erfahrung lehrt, oft 
übersehen; für letztere, um sie in eine Art der Kunst- 
betrachtung einzuführen, welche nicht die gewöhnliche der 
Kunstfreunde und welche doch unerlässlich ist für das 
Verständnis der Werke bildender Kunst und für ihre meri- 
torische Beurtheiluug. Alles, mit Ausnahme eines Theiles 
der lebenden Künstler, ist einig darüber, dass die bildenden 
Künste von ihrer früheren Höhe herabgesunken sind, die 
Malerei noch mehr als die Plastik. Nirgends sieht man dies 
deutlicher als in der grossen Schatzkammer der Kunst, 
in Italien. Man kann hier die Geschichte der Malerei in 
vier Zeiträume abtheilen: in den der erwachenden Kunst, 
in welchem die Maler hohen Idealen nachstrebten, aber 
noch wenig machen konnten; in die Glanzperiode, in der 
die Virtuosität in der Ausführung dem Adel der Ideale 
entsprach; in die Periode des Verfalles, in der die Ideale 
nichts mehr wert waren, die Maler aber noch sehr viel 
machen konnten; endlich in eine vierte, unbenannte Periode, 
in der die Ideale nichts mehr wert Waren und die Maler 
auch 
nichts 
mehr 
machen 
konnten. 
Und sind die Italiener an Begabung nicht noch die- 
selben, die sie im I5. und 16. Jahrhundert waren? Erkennt 
Schön.
        

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