Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schönheit und Fehler der menschlichen Gestalt
Person:
Brücke, Ernst Wilhelm Paar, Hermann
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1954161
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1955342
sondern auch noch von den Fasern des Mönchskappen- 
muskels bedeckt wird, so ist sie dennoch häufig äusserlich 
sichtbar und muss sorgfältig nachgebildet werden, da sie 
wesentlich ist für die Gliederung der Rückenfläche und 
ihre Einförmigkeit unterbricht. Ihr deutliches Erscheinen 
zeugt zugleich für eine gut entwickelte MUSCLIlEItLII, da sie 
sich um so mehr vertiefen muss, je mehr die neben ihr 
liegenden Muskeln hervortreten. 
Am deutlichsten zeigt sich die Grube, wenn der Arm 
im Schultergelenke activ nach aussen gerollt wird, weil dann 
der Untergrätenmuskel des Schulterblattes sich contrahiert 
und anschwillt. Dagegen glättet sie sich aus, wenn die 
Arme nach vorne gekreuzt werden, weil man dabei den 
Oberarm nach innen rollt und zugleich durch Verschieben 
der Schultern nach vorne den rautenförmigen Muskel aus- 
dehnt und dadurch verdacht. 
Das 
dritte 
Wesentliche 
Moment 
für 
die 
Schönheit 
des 
Rückens 
ist 
die Gestalt 
des Brustkorbes. 
Derselbe darf 
weder von oben nach unten mehr als gewöhnlich kegel- 
förmig auseinandergehen, noch darf er in seinem unteren 
Umfange unnatürlich verengert sein. Letzteres ist beim 
weiblichen Geschlechte häufig der Fall infolge von früh- 
zeitigem Tragen von Schnürleibern. Ich sage infolge von 
frühzeitigem Tragen derselben; denn dies ist viel ver- 
derblicher als das Anlegen eines solchen Apparates nach 
vollendetem Wachsthum in Höhe und Breite. In Rück- 
sicht 
auf 
die 
Höhe 
wird 
die 
Grenze 
bekanntlich 
früher 
erreicht, als in Rücksicht auf die Breite. Für letztere kann 
man gar keine bestimmte Grenze unter 50 Jahren angeben, 
da hier bekanntlich nicht die Knochen allein, sondern auch 
die Weichtheile in Betracht kommen. Aber darum handelt 
sich 
hier 
nicht. 
Es 
handelt 
sich 
hier 
nicht 
ein 
Breiterwerden durch Fettzuwachs, sondern um die Breiten- 
zunahme in Schultern und Hüften durch Knochenwachsthuln, 
und dieser findet beim Weiblichen Geschlechte bei uns in 
der 
oder 
Regel mit 20 Jahren 
früher 
etwas 
seinen Abschluss.
        

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