Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948483
Dritter Abschnitt. 
zur Aufnahme und bilden die Vorhallen für die in die Leibeshöhlen ein- 
dringenden Atinungs- undVerdauungsorgane. Unter diesen ziehen die 
Augenhöhlen stets zunächst die Aufmerksamkeit auf sich. Die tiefen 
Hohlpyramiden, welche bei jeder Beleuchtung durch einen Schlagschatten 
dunkel hervortreten, bedingenden unheimlichen Ausdruck des "knöchernen" 
Antlitzes. Sie sind außen begrenzt von einem Teil des Stirn- und 
Wangenbeines (Fig. 36 Nr. 3 u. 4), welche zusammen nicht allein einen 
starken schützenden Vorsprung bilden, sondern gleichzeitig auch eine scharfe 
Grenze zwischen Gesicht und den Schlafen; in der Mitte sind die Augen- 
höhlen getrennt durch den Nasenrücken, der am Schädel kurz ist; denn die 
Fäulnis zerstört die häutige Nase und ihre knorpligen Teile und legt 
dadurch den Einblick in die Nasenhöhle frei, oder besser in die Nasen- 
höhlen. Der birnförmige Eingang (Apertura pyriformds) führt in zwei 
durch die Nasenscheidewand (Septum narwm) getrennte Räume, welche 
auch nach hinten sich, getrennt durch ovale Löcher (Ohoanen), öffnen. 
Der breite Teil des Nasenhöhleneinganges ruht auf dem Boden der 
Nasenhöhle, der schmale Teil sieht nach oben, die Ränder sind scharf 
geschnitten, namentlich nach unten. Ein kurzer Knochenstacheh der 
vordere Nasenstachel (Spi-na nasalis anterior, Fig. 36), vereinigt die 
unteren Ränder in der Mittellinie an derselben Stelle, an der die Nasen- 
scheidewand in der Gesichtshaut festsitzt. 
Unterhalb des senkrecht gestellten, birnförmigen Loches, das in die 
labyrinthisch verschlungenen Luftwege der Nasenhöhle führt, liegt die quer- 
liegende Mundspalte, welche am Schädel weit an der Seite zurückreicht 
und dort vom aufsteigenden Unterkieferast (Fig. 36 Nr. 15) begrenzt wird. 
Sind noch alle 32 Zähne erhalten, dann verkünden nur die schmalen 
Spalten zwischen den Kronen und der Raum zwischen dem letzten Mahl- 
zahn und dem Rand des Unterkieferastes die Ausdehnung der dahinter 
liegenden Mundhöhle. Nach unten ist sie offen und durch den weiten 
Bogen des Unterkiefers dringt der Blick ungehindert in das Innere des 
Raumes, dessen Dach vom harten Gaumen, dessen Seitenwände von den 
zahntragenden Leisten des Oberkiefers (Processus alveolaris maxillae 
superiaris), von den Zähnen und von dem Unterkiefer gebildet werden. 
Die knöcherne Umrahmung für die vier Höhlen des Gesichtes hat 
von vorn betrachtet die Gestalt eines Viereckes mit ungleichen Seiten. 
Die obere Begrenzungslinie liegt über den Augenhöhlen. Durch diese 
Linie wird der eigentliche Gesichtsschadel gegen den Hirnschädel oder 
die Hirnkapsel abgegrenzt. Man hat viele Gründe, eine solche Trennung 
festzuhalten, welche auf den ersten Augenblick von der Vorstellung ab- 
weicht, die man sich in der Kunst wie in dem gewöhnlichen Leben von 
dem „Gesicht und also auch von dem Gesichtsschädel" macht, denn man 
rechnet ja im täglichen Leben die Stirn zum Gesicht. Ihr haarfreier 
Teil bestimmt wesentlich das Aussehen des letzteren; die bewegliche
        

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