Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948478
Spezielle 
Knochenlehre. 
   1 b 
seine vollkommene Ausbddung erlangßß, S0 blelbtMiär ichharääaelälisäloää 
klein, "mikrocephal". Der Gefährte enler solchen hrßß P ß 
Blödsinn. 
Einseitige Verwachsung der Nähte bedingt Schiefheit des Kopfes mit und ohne 
Hemmung geistiger Entwickelung. Da. entstehen Turrnköpfe oder kielförmig in die 
Länge gestreckte Scheitel, ja sogar Sattelköpfe, die in der Gegend der Kranznaht 
vertieft sind. Dsuriäs Schädel soll ein exquisiter Schiefschädel gewesen sein. Höchst 
überraschend ist die Biegsamkeit der Schädelknochen im ersten Lebensjahre, an der 
sich selbst die Mode vergreift. Nicht allein die Füße und die Leiber, auch die Köpfe 
werden künstlich in eine andere Form gedrückt. Auf beiden Halbkugeln der Erde 
tauchte der verrückte Einfall auf, dem Schädel eine künstliche Form zu geben; diese 
Umformung wurde im Altertum geübt und ist noch heute im Schwung; HIPPOKRATES 
und Hsnonor erzählen von ihr, und jüngst noch hat Vmcnow in Tiflis das Vorhanden- 
sein dieser Unsitte bestätigt gefunden. In alten Gräbern der Krim, des Kaukasus, 
Ungarns, Schlesiens, am Rhein und in Frankreich sind künstlich verbildete Schädel 
gefunden worden, als Beweise, daß um die Zeit der Völkerwanderung dieser Brauch 
in Europa weit verbreitet war. Bald wurde der Turmkopf beliebt: der Schädel wurde 
künstlich durch einen Druckverband in die Höhe getrieben, bald suchte man die Stirn 
so niederzudrücken, daß sie von den Augenbrauen an nicht mehr senkrecht in die 
Höhe stieg, sondern in schiefer Ebene nach rückwärts strebte. Das klassische Land 
für die Schädelverbildung ist unstreitig Amerika in alter und neuer Zeit gewesen, 
nicht allein wegen der Häufigkeit, sondern auch wegen der Verschiedenartigkeit der 
Prozedur und der Größe der erzielten Erfolge. Keiner anderen Bevölkerung sind 
solche Kompressionen der kindlichen Schädel gelungen. Der Turmkopf und der 
Breitschädel finden sich dort in wahrhaft erschreckender Vollendung und geben einen 
unwiderleglichen Beweis von dem hohen Grad auch der physischen Insulte, die das 
Menschenhirn zu ertragen im stande ist? 
Gesichtsteil 
des 
Schädels. 
Die Schönheit oder die Haßlichkeit des Gesichtes ist in erster 
Linie durch die Form des Skeletes bedingt, die wahre Schönheit liegt nicht 
nur in den Weichteilen, sondern ebenso sehr im Knochen. Ein wirklich 
schöner Kopf bleibt trotz der Verheerungen des Alters dennoch schön. 
Das Gesicht und damit das Gesichtsskelet ist bald lang bald kurz, zwischen 
beiden Formen liegen zahlreiche Übergänge. Die Gesichtshöhe gemessen 
von der Nasenwurzel bis zum Kinn schwankt zwischen 111 und 130 mm. 
Selten sind extreme Längen von .90 und solche von 140. Die Breite zwischen 
den J ochbogen ist ebenfalls bedeutenden Schwankungen von 102-155 mm 
unterworfen.  Der Gesiohtsteil des Schädels zeigt eckige Linien, scharfe 
Vorsprünge und Vertiefungen. Mehrere Höhlen dienen den Sinnesorganen 
1 mikrös klein; kephalä Kopf, 
2 Ausführliches hierüber in folgenden, mit vortrefflichen Abbildungen versehenen 
Werken: MEYER, A. B, Über künstlich defonnierte Schädel und über die Verbreitung 
der Sitte der künstlichen Sehädeldeformierung. Mit 1 Tafel. Leipzig u. Dresden 1881. 
Vmcnow, R., Crania ethnica americana. Mit 26 Tafeln und Abbildungen im Text. 
Berlin 1892. ,
        

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