Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastische Anatomie des menschlichen Körpers
Person:
Kollmann, Julius
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1947221
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1948462
Dritter Abschnitt. 
zwischen 
dem 
Warzenteil 
des 
Schläfenbeines 
und 
der 
unteren 
Seitenwand der Hinterhauptschuppe als Warzennaht (Sutura occzpito- 
mastoidea, Fig. 37 Nr.4). Bei Kahlköpfen, deren Scheitel zuweilen so 
glatt ist wie eine Billardkugel, kann man die ersterwähnten drei Nähte 
häufig durch die Schädeldecke hindurch erkennen. 
Falsche Nähte'sind jene Verbindungen, wobei die Knochen sich 
dachziegelförmig übereinander schieben. Das ist z. B. zwischen Schläfen- 
schuppe und Scheitelbein der Fall (Fig. 37 zwischen Nr. 1 u. 3). An der 
Schädelbasis bestehen feste Verbindungen anderer Art: die einzelnen 
Knochen berühren sich in größeren Flächen. Während der Jugend stellt 
hier, wie in anderen Fällen, eine dünne Knorpelschicht den Zusammen- 
hang her, später, mit der vollen Reife des Individuums, verschwindet 
diese Kittsubstanz, indem Knochen an die Stelle tritt. 
Bei dem neugeborenen Kinde (Fig. 39) fehlen die Nähte noch voll- 
Fig" 
Schädel 
zweimonatlichen Kindes von 
eines 
VOYD 
gesehen. 
ständig; die Stellen, wo später eine so innige Vereinigung erfolgt, sind 
durch Spalten getrennt, welche, abgesehen von der Haut, nur eine dehn- 
bare Membran überbrückt. Dieser Zustand währt an manchen Stellen 
mehrere Jahre. Wenn der Schädel nicht mehr wächst, beginnen einzelne 
Nähte zu verstreichen, einige, die bei dem Säugling vorhanden waren, 
verschwinden vollständig. Zu letzterem gehört z. B. die Stirnnaht, 
welche das Stirnbein vom Scheitel herab in zwei gleiche Hälften teilte 
und es möglich machte, daß die Stirn sich in die Breite entwickeln 
konnte. Bisweilen jedoch bleibt diese Naht während des ganzen Lebens 
erhalten, also auch dann, wenn die Entwickelung des Gehirns ihren 
Abschluß erreicht hat; manchmal läßt sich die Stirnnaht auch durch die 
Haut hindurch erkennen. Schädel mit persistenter Sutura frontalis nennt 
man im gewöhnlichen Leben "Kreuzköpfe". Umgekehrt können Nähte 
auch frühzeitig verschmelzen. Geschieht dies, bevor noch das Gehirn
        

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